In der nachstehenden Tabelle wird versucht, ein übersichtliches Bild über die finanziellen Verhältnisse der Gesellschaften zu geben. Die darin enthaltenen Zahlen beruhen auf Geschäftsberichten und Bilanzen wie auf amtlich eingezogenen Äußerungen der Gesellschaften:
Namen der
Gesellschaften
Grundkapital
Bisher zu Gesellschaftszwecken auf das Schutzgebiet verwendete Barmittel
^
Bisherige bilanzmäßige Verluste
^6
Bisher gezahlte Dividenden oder sonstige Gewinn- Zahlungen
insgesamt
^
davon bar eingezahlt
^
1. Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika .........
2. Lout.1i ^Vest ^tries, <üomva.ii^ . .
3. Siedlungsgesellschaft für Deutsch- Südwestafrika ........
4. Loutd ^trioan I^rritoriss . .
5. Hanseatische Land-, Minen- und Handelsgesellschaft......
6. Kaoko-Land- und Minengesellschaft .
7. Otawi-Minenund Eisenbahngesellschaft
8. Gibeon-Schürf-und Handelsgesellschaft
2 000 000 40000000
300 000 10 000 000
2 640 000 10 000 000 20 000 000
1022 100
1300000 8 493 960
163 500 2 465 800
380000 800 000 20 000 000 1022 100
1 907 895
2 854 920
560 000 2 086 480
286 000 421 458 8 354 116 49 851
338 167 1 256 900
260000 1500000
430 000 270 782
0 0
0 0
0 0 0 0
insgesamt . . .
85 962100
34 625 360
16 520 720
4055 849^
0
Der Bahnbau der Otawi-Minen- und Eisenbahngesellschaft wird nach den bisherigen Berechnungen einen Gesamtkostenaufwand von rund 15 Millionen Mark verursachen. Bis jetzt sind von ihr auf den Bahnbau 6 777 847 ^L. verwendet. Dieser Betrag zuzüglich der 1 576 269 betragenden Kosten für die bergmännischen Untersuchungsarbeiten im Otawi-Gebiet ergibt die in vorstehender Tabelle aufgeführte Summe von 8 354 116 ^ Erhöht man diesen Betrag um den noch verfügbaren Rest der sich aus 15 000 000 -F. belaufenden Baukosten, welcher mit 8 222 153 ^5. zu beziffern ist, so würde dies eine bare Gesamtauswendung seitens sämtlicher Gesellschaften in Höhe von 24 742 873 ^5. ergeben. Demgegenüber kann die Feststellung von Interesse sein, daß das Reich vom Jahre 1885—1903 (einschließlich) auf das südwestafrikanische Schutzgebiet einen Gesamtzuschuß von rund 65 000 000 ^. geleistet hat. Dieser Zuschuß schließt insbesondere auch die Aufwendungen für sämtliche im genannten Zeitraum gegen die Eingeborenen ausgeführte kriegerische Expeditionen in sich.
i. Deutsche KolonialgeseiWst für Iiiwestchika.
Im Jahre 1884 waren die ausgedehnten Landstriche, welche der Bremer Kaufmann F. A. E. Luederitz an der Südwestküste von Afrika erworben hatte, unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt worden.*) Hiermit im Zusammenhange stand es, daß im Jahre 1885, als Luederitz bereits den größten Teil seines erheblichen Vermögens seinem Kolouisationswerk geopfert hatte und sich nach Unterstützung in der Heimat umsah, eine Anzahl patriotisch gesinnter Deutscher sich unter dem Einflüsse des Fürsten Bismarck zur Übernahme der Luederitz'schen
^) ck. Die dem Reichstage unter dem 11. Dezember 1884 vorgelegte Sammlung von Aktenstücken betreffend die Unterstellung des Gebiets von Angra Peqnenci unter den Schutz Seiner Majestät des Kaisers.