Krokodiljagd.
Es war um die zweite Nachmittagstunde.
Noch immer stand die Sonne senkrecht über der Landschaft und sandte unaufhörliche Ströme von Licht und Wärme auf die übersättigte Erde. Eine glühende Schwüle umwogte die wenigen Häuser, die in schmuckloser Nüchternheit verstreut zwischen den grauen Stämmen der Kokospalmen gähnten. Ihre kahlen, braungeteerten Bretterwände verbreiteten einen Hauch von melancholischer Schwermut, der sich düster abhob von dem lichtgebadeten Farbenj übel ringsum. Im breiten Schattenkreis eines dichtbelaubten Mangobaumes rekelten sich ein paar schwarze Weiber, sogen gelassen an der Kalkpfeife und schnitten Kopra. Nichts regte sich. Nur das widerliche Geheul der Papuahunde drang von Zeit zu Zeit gedämpft aus dem nahen Dorf herüber.
Eben hatte sich der junge Lagerverwalter nach beendetem Mittagschlaf gähnend im Langstuhl aufgerichtet, als er seinen braunen Freund Danak gewahrte, der auffallend träge den breiten Pfad von Bogadjim heraufgeschritten kam. Danak war sonst ein behender, rüstiger Jäger, der als Schießboy unermüdlich, oft tagelang durch den Urwald streifte und selten ohne Beute heimkehrte. Wenn er jetzt so teil- nahmlos dahergeschlichen kam, mußte das seine besondere Bewandtnis haben.
Neugierig trat der Weiße an die Brüstung der Veranda, als sein schwarzer Besucher in den kleinen Vorgarten einbog und schwerfällig die Treppe heraufstieg. Tiefes Leid