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Parlamentarische Studienreise nach Deutsch-Ostafrika : Reisebriefe / von Kalkhof
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in seineResidenz" am Platz. Kahigi ist ein hochgewachsener, schöner Mann mit ganz Urbanen Manieren; er empfängt uns in weißer Europäerkleidung, auf dem Kopf den Tropen­helm mit dem großen vergoldeten Reichsadler auf der Stirnseite und als Waffe einen stark verrosteten langen Schleppsäbel. Wir unterhalten uns mit ihm bei manchem Glase Whiskysoda recht gut, während seineHofnarren" dazwischen ihr Possenspiel treiben. Kahigi gehört übrigens zu den Sultanen, die, wie neuere Berichte bestätigen, selbst Plantagenkulturen im Großen betreiben; so soll er größere Schamben" (Eigenkulturen) in einer Holzart angelegt haben, denen die Tropenameisen endlich mal nicht an­kommen können.

Abends machen wir noch einen Rundgang durch den sauberen Ort mit seinen sauberen Straßen, durch's Askari- viertel mit seinen Strohdächern zu den Wellblechkauf­häusern der moschusduftenden Araber und Inder, die uns durch eine Deputation begrüßen. Morgen früh fahren wir nach Muanza weiter.

16. Muanza.

Ehe wir Bukoba verlassen, sei gerade hier mit wenigen Worten der Missionstätigkeit der dem deutschen Missionshaus Trier entstammendenWeißen Väter" (peres blanc) gedacht. Denn ihr eigentliches Arbeitsfeld erstreckt sich speziell auf die Landschaften westlich, südwestlich und südlich des Viktoria-Nyansa (Apostolisches Vikariat Unjan- jembe). An der Spitze desselben steht der auch in kolonialen Kreisen wohlbekannte und verehrte greise Bischof H i r t h , der uns schon am ersten Morgen in Bukoba durch eine besondere Deputation, mit einem Pater an der Spitze, begrüßen und zu einem Besuche nach der Missionsstation Marienberg einladen ließ. Leider waren wir schon auf dem

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