1. Hamburg — Rotterdam.
Schon über eine Woche liegt der heimatliche Boden hinter uns, schon viele Seemeilen entfernt, schwimmen wir auf fremden Wassern. Die Licht- und Schattenseiten völlig veränderter Lebensverhältnisse beginnen sich mehr und mehr auszugleichen. So gibt es Zeit und Muße, den Reisebericht zu schmieden.
Erst im letzten Augenblick entschloss ich mich, die weite Fahrt mitzumachen. Und da mussten denn die vielseitigsten unerlässlichen Reisevorbereitungen über Hals und Kopf durchgeführt werden. Niemand von den Reisekollegen war daher wohl froher als ich, als mit dem Eintreffen in Hamburg diese mühsame und viel Kopfzerbrechen kostende Tätigkeit ihren schnellen und definitiven Abschluss gefunden hatte.
InHamburg, wo ich am Vorabend der auf Samstag den 23. Juni, nachmittags 4 Uhr, angesetzten Abfahrt eintraf, fand ich beim Aussteigen vor dem altbekannten Hotel Streit, an der überaus malerischen Innen-Alster prächtig gelegen, den Reichstagskollegen Lehmann, einen biederen Sachsen, der gerade auf der Hotelsuche begriffen war. Kurz entschlossen nahmen wir beide zusammen das einzige noch vorhandene, zweibettige Zimmer. Wir zahlten dort allerdings ungewohnte Preise, waren aber mit Tisch und Bett zufrieden, und vertrugen uns auch sonst ganz gut miteinander. Am nächsten Morgen — ein herrlicher Tag — fuhren wir, begleitet von meinem lieben Fraktionsfreund Bauermeister, der, um mir Adieu zu sagen, eigens
Kalkhof, Studienreise. J
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