11. West-Usambara (Mombo, Wilhelmstal) zurück
Tanga.
Am 11. August waren wir, trotzdem die netten Unterhaltungsabende unserer Standquartiere gewöhnlich, und so auch in Wugiri, bis gegen Mitternacht und darüber dauerten, schon früh morgens wieder auf den Beinen. Um halb 6 Uhr wurde abmarschiert, und in derselben Marschkolonne und auf demselben Wege gings hinunter zur Eisenbahnstation Koro gwe zurück. Von hier brachte uns ein Extrazug nach Mombo, der derzeitigen Endstation der Usambarabahn.
Der Eisenbahnbau scheint wenig Schwierigkeiten gemacht zu haben; es geht ständig in der Ebene fort, rechts die Berge, links der weite Plan, von Busch und Schwertgras vielbewachsen. Der Zug fährt gut, Schwarze werden vielfach als sogenannte Eisenbahner verwendet. Die Eisenschienen liegen auf Holzschwellen, die etwa alle eineinhalb Jahre erneuert werden müssen. Man hat wohl das nötige widerstandsfähige Holz aus dieser Unmasse von in der Nähe wildwachsenden Urwaldbaumsorten noch nicht gefunden. Zudem ist mit dem Unwesen der Ameisen zu rechnen, die in ihrer stetigen, emsigen Klein- aber Massenarbeit hierzulande selbst den festen Gebäulichkeiten bös am Zeug flicken können. Der Personen- und Güterverkehr ist im Laufe des Jahres 1906 namentlich infolge der merklich und rasch zunehmenden Kultivierung der Landstriche zunächst der Bahn (Kaffee, Baumwolle, Kautschuk, Sisalagave, Holzexport usw.) in erfreulichem Wachsen begriffen, so daß schon im Jahre 1907 mit einem Betriebsüberschuß zu rechnen ist. Übrigens soll die Bahn — die Vorarbeiten, dazu sind nun nahezu beendet — demnächst von der Endstation Mombo gegen Nordwesten eine kurze Strecke bis Masinde verlängert werden,namentlich um den ungeheueren Holzreichtum des nahen Schumewaldes nutzbar zu machen. Es handelt sich hier allein um einen geschlossenen,
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