15. (Deutsches Seegebiet.) Bukoba.
Am 20. August dampften wir schon bald nach 5 Uhr früh von Entebbe ab. Heute geht die Fahrt direkt gen Süden, dem deutschen Seengebiet zu. Der Gewitterregen der letzten Tage wird offensichtlich vom See her festgehalten; der Himmel ist bedeckt, die Luft kühl und gar bald geht ein Gewitter mit wohl auch tropischem Platzregen über uns nieder. Weit und breit alles zu, die größeren langgestreckten und stärker bewaldeten Inseln, an denen wir vorüber segeln, schauen aus Nebel- und Regenmassen wie verschleiert zu uns herüber, und die dichten Regentropfen peitscht der Wind mit solcher Wucht auf Deck, daß man trotz der großen Segeltuchdächer von dort oben nach den unteren Räumen flüchten muß. „Selbstverständlich" konnte man bei solch trübem Wetter auch die heilige Linie des Äquator, die wir heute zum vierten Mal passieren und die so mancher der harmlosesten Seefahrer vergebens suchte, nicht auffinden.
Erst gegen Eintritt der Dunkelheit fahren wir in den sogenannten Hafen von Bukoba ein. Schon haben, bis wir halten, die Abendschatten über Wasser und Land sich gebreitet. Noch grüßen vom hohen Fahnenmast, der einsam am Strand in die Höhe steigt, des Deutschen Reiches Farben freundlich herüber. Dann ist es düster und dunkel geworden. Einige Lichter flimmern und bewegen sich vom Land her. Da kommen auf einem mächtigen, von etwa zwölf martialischen Schwarzen mit ihren leichten, am Wasserende fächerartig auseinandergehenden Rudern förmlich dahingeschnellten Einbaumboot die beiden Offiziere der Station, um uns zu begrüßen. War das ein Moment uns alle bewegender Herzensfreude, so weit von der Heimat, im Herzen Afrikas, und doch auf deutschem Boden deutschen Gruß und Handschlag auszutauschen! Wir sollten gleich mit dem Boot ans Land fahren. Einige von uns stiegen ein, obwohl das Boot schon stark belegt war und die Wellen hoch gingen. Manchmal glaubte man, Licht und Leute seien von den
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