Vorwort.
Es war um die Zeit der Sonnenwende 1906. Die deutschen Grenzwallhöhen des bayrischen Südens glühten im Bergfeuer. Da trug uns vom deutsch-nordischen Gestade weg der stolze Dampfer dem fernen neuen deutschen Süden zu. Und als mich die Grenzen der Heimat wieder grüßten, da hatten Tag und Nacht sich eben herbstlich ausgeglichen.
Eine lange und weite Fahrt war es, die mich in eine unbekannte, weite Welt geführt. Tausend Bilder und Gedanken stürmten ein auf Geist und Gemüt. Flüchtig, aber frisch haben sie die Tagebuchblätter aufgenommen, wie sie lose, aber lebendig mir draußen vor der Seele standen. So sollten sie mir ein liebes Reiseandenken sein und bleiben für spätere Tage.
Dann hab' ich die losen Blätter für die Freunde und die engere Heimat aneinander gereiht. Sie sehen da im neuen deutschen Lande draußen ihre Stammesgenossen alle an der gemeinsamen wetteifernden Arbeit, eine hoffnungsvolle Freude für uns und für die Kolonie.
Vielfachen Anregungen entsprechend sollen nun heute die Reisebriefe, in Buchform gebracht, einen weiteren Weg antreten. Mögen sie auch jetzt als das betrachtet werden, was sie von Anfang an sein sollten: Flüchtige, froh und frisch hingeworfene Skizzen eines warmen Freundes unseres ,,Deutsch-Ostafrika".
Wertingen, im November 1907.
R. Kalkhof.