innerhalb zweier Jahre, genau verdoppelt. Die Bahn brachte bereits irn ersten Halbjahr 1906 einen Überschuß von 40 OOOLstrl. über die Betriebskosten, und man hat berechnet, daß die Ugandabahn bereits in 30 Jahren amortisiert sein soll.
Und welch unglaublichen Einfluß hat erst die Ugandabahn auf den Handels- und Geldverkehr im deutschen Viktoria-Nyansa-Gebiet genommen? Die Zolleinnahmen haben sich von 40 155 Lstr. im Jahre 1903 auf 68 215 im Jahre 1904 und auf 86 186 Lstr. im Jahre 1905 erhöht. Der Gesamthandel der im Seegebiet gelegenen drei deutschen Häfen (Bukoba, Muanza und Schirati) ist in den letzten drei Jahren von 463 784 auf 3 744 392 Mk. gestiegen (amtlicher Jahresbericht für 1905/06). Und diese Steigerung hat sich, wie wir uns an Ort und Stelle selbst überzeugt, für die Folge noch wesentlich erhöht.
So kann denn die Ugandabahn geradezu als Lehrbeispiel dienen für die Tatsache, daß Kolonien in erster Linie nur durch eine großzügige Eisenbahnpolitik auf die wirtschaftliche Höhe kommen, daß Verkehr und Handel nicht der Schienenstraße vorangehen, sondern ihr folgen.
13. Abfahrt Mombassa und Uganda-Bahnreise.— Port Florence.
Ein entzückend schöner, sonnenklarer Morgen breitet sich heute (15. August) über Mombassa. Das echte Reisewetter. Freund Schwarze und mich drängt es, vor der Abreise ins Innere nochmal die Kapelle der Weißen und beziehungsweise Schwarzen Väter zu besuchen. Wir kommen aber, trotzdem wir schon bald nach 7 Uhr früh zur Stelle waren, überall zur hl. Messe zu spät.
Die Abgeordneten machen dann auf der Pinasse der D.-O.-A.-G. noch eine Rundfahrt im Hafen. Alle Kähne und Dhaus der Eingeborenen haben nach ihrer Art festlich geflaggt; sie feiern heute Neujahr.
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