hatten, führte uns abends spät unser „Kronprinz" wieder hinaus in Nacht und Meer.
4. Neapel — Mombassa.
Mit Schluß meines letzten Berichtes haben wir am Abend des 9. Juli dem uns gegenüber mit all seinen Reizen recht verschämt und zurückhaltend tuenden „bella Napoli" den Rücken gekehrt. Heute wollen wir, notgedrungen etwas mehr im Fluge, vom Tyrrhenischen Meer durch die Straße von Messina zurück ins Mittelländische Meer nach Port-Said, durch den Suez-Kanal ins Rote Meer, durch die Straße von Bab el Mandeb nach Aden, dann durch den Golf von Aden um das Kap Guardafui herum hinaus in den Indischen Ozean bis Mombassa an der Ostküste von Britisch-Ostafrika — reisen, eine lange, weite Fahrt, die uns im Bereiche von 18 Tagen eine ganze Welt von neuen Eindrücken bringt,^ die uns von einem Erdteil zum andern wirft, uns erschauern läßt unter der wilden Wut von Wind und Wetter, unter der glühenden Sonne der Tropen, der trostlosen Einsamkeit und Eintönigkeit der Sandwüste und ihrer Atem und Auge behemmenden Flugsandstürme; hier die bald aus Sanddünen, bald aus der Meerestiefe herauswachsenden Felsbergwände, hochaufragend, im Reflex der Sonnenstrahlen kreidebleich, das Auge blendend, träumerisch schön im Rotgluthauch der Abendsonne; dort in Wüstenei, hier in Felswandumklammerung, bald an wenige Meter breiter, ruhig dahinfließender Wasserstraße gelehnt, bald am wild wogenden, weiten Busen des Weltmeeres ausgebreitet, Städte voll Leben mit weltbewegendem Handelsverkehr; alle Nationen ziehen hier an unserem Auge vorüber in allen Haut- und Klangfarben, in malerischen Trachten und stolzen Prunkgewändern, in den Fellen und Fetzen der Armut, aber mit dem gleich blendenden
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