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Fünfzehntes Kapitel.
Vollendung der Tonkunst in höchster Schönheit durch die grossten TonJciinsiler und die schönsten Werke von Haydn, Mozart, Beethoven. Ihre Eigenthumliclikeiten.
§• 92.
Hundert Jahre bedurfte es, von Lully — bis zu Piecini, um die Skale zu ihrer höchsten Höhe und tiefsten Tiefe, zur Vervielfältigung der Melodien — auszudehnen, um den Begriif der Harmonie und der freien Modulation festzusetzen, um dem Rhythmus zu allen charakteristischen Bewegungen Freiheit zu geben, um den vorzüglichsten Instrumenten und allen Hülfsrnitteln Vollkommenheit zu Verschaffen, um den Gesang als Darstellung des Gefühls mit Intelligenz anzusehen, mit Beibehaltung des freien Spiels der Melodien und der Modulationen, und die abgesonderte Instrumentalmusik in einer eigenen freien Sphäre zu behandeln.
Nach Händel und Bach konnten die Komponisten erst eine ausgebreitete Empfindung unter dem Einflüsse italischer Tondichter in reicheren schönen Melodien und Harmonien ausbilden, in Sonaten, Sinfonien etc. zwei Melodien verknüpfen ■— ja sogar eine in dur, die andere in moll — und umgekehrt in veränderten Wiederholungen, in Zwischensätzen wechselnd, künstliche Fugen bildend •— wie in allen ihren Werken, in Jomelli's Passion, Sarti's Miserere, Naumann's Opern und Messen etc.
Nun konnte sich in der intelligenten Mittags-
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