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Sechstes Kapitel.
Musikkunst in der zweiten Hdlße dieser Periode —■ insbesondere der späteren, gebildeteren Griechen — von Pjihagoras bis zu den Römern. Diatonische Skale, bestimmter poetischer Rhythmus. Virtuosen ; Timotheus, Philotemus-,
§. 34.
Im Jünglingsalter der antiken Musik, wo sie eigentlich erst des Namens einer Kunst würdig wird, erliebt sie sich im genauer bestimmten Rhythmus zur künstlichen Darstellung phantastischer Ideen und poetischer Gefühle. Dieses geschieht durch wechselnde, mi t rhythmi- scher Sprache in Vers form, mehientheils mimisch tanzender Bewegung, und mit einfach klingenden Instrumenten verbundene, ausgedehntere Tonreihen in diatonischen Skalen. Diese Erhebung konnte die Musik der Aegypter und Hebräer nicht gewinnen; beide Völker gingen unter griechischer, und zuletzt unter römischer Oberherrschaft unter. Die Griechen, als thätiges Handelsvolk — siedelten sich an ihren Gestaden .schon vor Alexander an; und mit der Bezwingung derselben entstanden griechische Schulen. Herodo t erzählt 5oo J. vor Christus, dass er auf seiner Reise durch Griechenland und Aegypten die Musik einerlei gefunden. Er führt die Orphica als Beste von Liedern des Orpheus an; schreibt sie aber nicht dem Orpheus, sondern Pythago- l as zu. Die höhere Vollkommenheit der hebräischen praktischen Musik, die wir von Davids