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Eilftes Kapitel.
Endliche Erhebung der Musik mit der Geisteskultur — am Ende des Mittelalters in Ausbildung der Skale zu schöneren Melodien, Akkorden, Harmonien und Neigung zu bestimmteren Taktarten. Normal-Ton. Sinnbild des Akkords.
§. 64.
Die allgemein fortschreitende Entwickelung des Menschengeschlechts vom Niederen zum Höheren erscheint manchmal stillstehend — auch wohl zurückgehend — doch selten; wie in Philosophie und Theologie, so in den Künsten. Als aber in der- Philosophie und Religion ein helleres Licht aufging, als die Göttlichkeit im Menschen sich aufs Neue verklärte, und die Menschheit aus dem kindlichen Alter der Vorwelt nach ewigen Gesetzen zur Männlichkeit heranwuchs: so änderte sich auch die Sphäre des Gefühls in äusserer Darstellung, und erhob sich zur Sphäre der Wissenschaft und Theorie. Das alte Gefühlsleben musste im Vernunftleben erkannt werden; was dort der Sinn empfand, ist in der Intelligenz der neueren Zeit zum Bewusstsein geworden. In der alten Welt umgaben und begabten Götter und Genien den Menschen; und was er begeistert, phantastisch, in modulirten Tönen aussprach, war inspirirtes Werk; die Wirkungen erschienen wunderbar. Mit der neuen Aufklärung verlieren die Tone jene unmittelbare magische Kraft, Kranke zu heilen, Todte zu beleben, Ungeheuer zu bändigen.