Teil eines Werkes 
Theil 1 (1830) Versuch einer Aesthetik der Tonkunst im Zusammenhange mit den übrigen schönen Künsten nach geschichtlicher Entwickelung / von Dr. Wilhelm Christian Müller Lehrer an der Hauptschule in Bremen
Entstehung
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Viertes Kapitel.

Musik in ihrer Ur'gestellt nach ästhetischer einsieht im Allgemeinen, und insbesondere im Oriente, nach Sagen von ihren JVunderWirkungen. Musen. Moses. Musaeos.

§. 26.

Die Weltkunde zeigt, dass bei den Urvölkern Natur, Leben und Kunst mit allen ihren Zwei­gen sich in ihrer Religion vereinten. Jede Kunst hat ihre Entstehung und Ausbildung der Natur selbst zu verdanken; ihre Vervollkommnung und Anwendung kann dann mitgetheilt und absichtlich zu höheren Zwecken, zum Gottesdienste wie zu Volks­festen angewandt werden.

Für uns und für die verschiedenen ZwecJte und zur Belehrung musste hier voraus jeder Kunst ihr Platz angewiesen, und der Zusammenhang aller unLcr einander gezeigt werden.

Um unserm vorgesteckten Ziele, wozu uns das bisher Gesagte nur den Weg anzeigen und leiten sollte, näher zu kommen, heben wir aus allen schönen Künsten die Musikkunst zur näheren Betrachtung heraus. Der beschränkte Raum verstattet aber auch hier nur Skizzen ästheti­scher Ansichten.

Da das weite Feld musikalischer Aesthe- tik noch so wenig, zwar vielfältig, aber nur in Fragmenten angebaut ist (s. Note 2. im Vorworte): so dürfen wir hier auf keine Vollständigkeit oder auf ein durchgeführtes System Anspruch machen; zumal, wie Pr. Koppen meint, die Erkenntnis«