Siebzehntes Kapitel.
Probleme der Gegenwart und Zukunft.
Gewaltige Ereignisse in den überseeischen Gebieten hat somit das letzte halbe Jahrhundert gebracht, nachdem ungefähr ebenso lange eine gewisse Mattigkeit in der Okkupation und Erschließung der herrenlosen Welt geherrscht hatte. Wie in früheren Zeiten hat das Auftreten neuer Mitbewerber die alten Besitzer zu schnellerem Zugreifen veranlaßt, aber abweichend vom 17. und 18. Jahrhundert sind große Kriege um Koloniales Gut zwischen den europäischen Hauptmächten nicht geführt worden: die heimischen Machtverhältnisse haben stets eine gütliche vergleichung angezeigt erscheinen lassen. Nur zwischen europäischen und außereuropäischen Mächten ist es zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Welche Bedeutung die Koloniale Betätigung für die moderne allgemeine Kultur hat, braucht nach dem früher Gesagten nicht mehr ausführlich erörtert zu werden, und welche Forderung speziell das Wirtschaftsleben erfahren hat, zeigt ein Blick auf die stets steigenden Zahlen des überseeischen Verkehrs sowie der heimischen Produktion und Konsumtion in allen europäischen Staaten.
Zwar ist der Handel der jüngsten Kolonialen Großmacht Europas mit seinen eigenen Kolonien noch gering im Verhältnis zum Gesamtaußenhandel (160 Millionen zu fast 20 Milliarden), aber auch hier ist der anregende Einfluß der Kolonien unverkennbar. Die deutsche Schiffahrt hat bereits gewaltige Gewinne aus dem Verkehr mit ihnen erzielt, und für die ZuKunst versprechen nach Herstellung größerer Verkehrsstraßen Mineralien, Baumwolle, Hanfpflanzen, Kakao, Tabak und sonstige agrarische Produkte einen Kräftigen Aufschwung und Deckung eines erheblichen Teils des deutschen Bedarfs. Weite Gebiete von Südwest- und GstafriKa vermögen Hunderttausenden Deutschen eine neue Heimat zu bieten, und unschätzbar endlich sind die moralischen Vorteile, die der deutschen Nation aus der Notwendigkeit, sich in die neuen Aufgaben der behördlichen und wirt-