Achtes Kapitel.
Das englische und französische Kolonialreich seit Cromwell und Richelieu.
Durch den abermaligen Wechsel der Regierung nach Tromwells Tode und der Restauration der Stuarts (1660), wurde die englische Kolonialpolitik nicht von dem Wege abgelenkt, aus den Eromwell sie geführt hatte. Die beiden stuartischen Röntge waren mit der Nation von der Überzeugung durchdrungen, daß England die erste See- und Kolonialmacht werden müsse: die Erwerbung von Bombay und Tanger, die Karl II. sich von Portugal zum Dank für die Unterstützung gegen Spanien abtreten ließ (1661), bezeichnet diese Gesinnung. Mt der einen wollte er einen schwachen Punkt in der weltumspannenden englischen Expansion verstärken, mit der andern eine wichtige Handelsstraße in britische Gewalt bringen. Derselben Politik diente ein neuer Krieg mit Holland (1664/67), der der Rivalität in beiden Indien entsprang. Er brachte den Engländern Neu-Kmsterdam ein (1664), das nun zu Ehren seines Eroberers, des Herzogs von NorK, den Namen NeuvorK empfing, eine treffliche Rbrundung der nordamerikanischen Kolonien und einen schnell aufblühenden Handelsplatz. Allerdings stand dieser Eroberung der Verlust der letzten MoluKKenstation und Surinams in Westindien an Holland gegenüber, aber der Gewinn im Norden überwog die Einbuße im Süden.
Nach wie vor richtete sich die überseeische Tätigkeit zumeist auf den nordamerikanischen Kontinent, wo sich die Einwohnerschaft der einzelnen Kolonien wie das Gesamtterritorium des englischen Besitzes beständig vergrößerte. Die wichtigsten Neubesiedlungen in der Stuartzeit waren die Gründungen von Karolina und pennsnl- vanien, beides Eigentümerkolonien. Karolina, das Land südlich vir- ginien bis Florida hin, wo zum Teil schon sich virginier niedergelassen hatten, wurde vom König einer Gruppe von Günstlingen nach dem Muster von Marnland verliehen (1663), aber die Entwicklung
Europaische Kolonisation, 8