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Geschichte der europäischen Kolonisation seit der Entdeckung Amerikas / von Gustav Roloff
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Vorwort.

So jung das Problem der Kolonisation in Deutschland noch ist, so hat die gelehrte Tätigkeit, die ihrer Erforschung in Gegenwart und Vergangenheit gewidmet ist, doch bereits eine recht stattliche Literatur hervorgerufen. Historische Arbeiten insbesondere haben sich mit einzelnen Ereignissen und ganzen Perioden beschäftigt und zur Erweiterung und Vertiefung der Kenntnis überseeischer Fragen beigetragen. Wenn ich trotzdem wage, mit einer neuen Übersicht über die Kolonialgeschichte hervorzutreten, so bestimmt mich dazu die Überzeugung, die Kufgabe anders ausgefaßt zu haben als die meisten anderen Darsteller. Ich richte den Blick weniger auf die Geschichte der Kolonien als auf die der Kolonisation, der Kolo­nialpolitik des Mutterlandes. Wie das Mutterland aus seinen Über­lieferungen und Interessen heraus die Kolonien geschaffen hat, so beeinflußt es sie auch weiter- von der Geschichte des Mutterlandes aus wird man daher die Geschichte der Kolonien am besten ver­stehen und in den Beziehungen zwischen Heimat und pflanzland die fruchtbaren Keime, die die Kolonisatorische Tätigkeit für das allgemeine menschliche Leben gelegt hat, am besten erkennen Kön­nen. Die Schilderung der territorialen Veränderungen in den Kolo­nien wird dagegen zurücktreten dürfen. Eine Erschöpfung des Ge­genstandes im engen Rahmen ist unmöglich, ich habe mich nur be­müht, die großen festen Linien zu zeichnen, innerhalb deren die Kolonisationsgeschichte verlaufen ist, und die wichtigsten Ereignisse herauszuheben. Wenn schon hierdurch eine Begrenzung des Stoffs gegeben ist, so andererseits durch den BegriffKolonie", den ich mit den meisten modernen Theoretikern auffasse als Bruchteil einer Nation, der vom Hauptkörper räumlich getrennt ist, aber mit ihm