viertes Kapitel.
Eintritt der Niederländer in die überseeische Welt.
Es ist verständlich, daß die Nachrichten von den Erfolgen der Portugiesen und Spanier auch die anderen europäischen Nationen zu überseeischen versuchen veranlaßten, von den nächsten europäischen Rivalen der Spanier, den Franzosen, „mii am ehesten erwarten, daß sie dem Feinde das Zukunftsland drüben streitig machten. Waren doch schon im 14. Jahrhundert einige Kühne französische Seefahrer in den Atlantischen Gzean gezogen, getrieben von der Hoffnung, in der unbekannten Ferne Reichtum zu erlangen und gegen Ungläubige fechten zu Können,- einige Inseln der Madeiragruppe hatte ein normannischer Abenteurer bereits entdeckt (l402). Aber solche Pläne Konnten in Frankreich nicht Gemeingut der Nation wie in Portugal werden. Denn die religiösen Traditionen auf Bekämpfung der Mohammedaner, so weit sie überhaupt noch bestanden, wie ihre wichtigsten Kommerziellen Beziehungen wiesen sie nach dem Morgenlande. Marseille, das im lZ. Jahrhundert ein bedeutender Platz war, handelte mit der Levante, Nordafrika und Italien- die atlantischen Häfen wie Bordeaux, Nantes, Rouen und andere verkehrten mit England, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und der pnrenäischen Halbinsel, aber die westafrikanische Rüste lag ihnen fern. Zudem wurde Frankreichs Kraft durch den Rrieg mit England und später (seit 1494) durch den Rampf um Italien gefesselt, so daß größere maritime Unternehmungen nicht von hier ausgehen Konnten. Nach der Entdeckung Amerikas versuchten zwar Franzosen größere Expeditionen, aber sie wurden bald durch die Religionskämpfe in der Heimat unterbrochen. Erst nach deren Beendigung im l7. Jahrhundert beginnen die Franzosen größere Bedeutung für die Koloniale Geschichte zu erlangen.
Energischer und früher haben die Engländer in die Nolonial- bewegung eingegriffen. Sie haben Kurz nach Rolumbus' erster Fahrt sich an der Erschließung der fernen Welt beteiligt und das ganze