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Geschichte der europäischen Kolonisation seit der Entdeckung Amerikas / von Gustav Roloff
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Sechzehntes Kapitel.

weitere Verteilung der überseeischen Länder und Neugruppierung der Mächte.

Diese internationalen Verwicklungen, die England zeitweilig in Gegensatz zu allen großen Mächten stellten und seine Kräfte zersplit­terten, Kamen noch mehr als seinen neuesten Rivalen, seinem ältesten zustatten. In Asien wie Afrika machte Frankreich seit dieser Epoche gewaltige Fortschritte. In Asien erzwängen die andauernden nach­barlichen Reibungen mit Annam neue Annexionen. Chinesische See­räuber behelligten von der nördlichen Provinz Annams aus, von TongKing, die Küstenplätze der Franzosen - der König war mit ihnen im Einverständnis, ja er stellte sich unter chinesischen Schutz und ge­währte chinesischen Truppen in TongKing Aufnahme, um diese Pro­vinz so vor Frankreich zu retten. In den aus diesen Verhältnissen entspringenden Feindseligkeiten erlitten die Franzosen zuerst Un­fälle (l88Z), weil sie nicht auf den neuen Gegner gefaßt waren. Man führte in Paris das überraschende Auftreten Ehinas auf eng­lisches Betreiben zurück, aber da England grade damals an vielen Stellen engagiert war, so wagte der Minister Jules Ferry, der schon Tunis gewonnen hatte, einen großen Schlag! durch einen raschen Feldzug eroberte er TongKing, vertrieb die Chinesen und zwang dem Könige ein drückendes Protektorat auf. Der Gegensatz zu England wurde durch die neue Erwerbung verstärkt, denn Frankreich rückte damit nahe an die englische Interessensphäre heran. Nur die bei­den schwachen Staaten Burma und Siam trennten es noch von In­dien, und es war unvermeidlich, daß beide, England wie Frankreich, auf diese Zwischenstaaten Einfluß zu erlangen suchten. Zuerst griff England zur offensiven Verteidigung seines Indiens: es annektierte Burma (1885), und seitdem wurde Siam und Zankapfel zwischen seinem östlichen und westlichen Nachbarn. Fast zwanzig Jahre spielte es in der englisch-französischen diplomatischen Korrespondenz eine