Sech st es Kapitel.
Frankreichs NolonialpolitiK bis zum Tode Richelieus.
Während dieses Aufblühens des englischen Kolonialreiches begann auch Frankreich seine Koloniale Zurückhaltung aufzugeben, wie schon erwähnt, hatte die französische Nation, abgesehen von einigen Abenteurern, an der großen Entdeckerzeit so wenig wie die englische Anteil gehabt, im l6. Jahrhundert trieben dann dieselben Gründe diesseits wie jenseits des Kanals zu den Korsarenfahrten gegen das spanische Eigentum. Die Suche nach einer neuen indischen Straße fehlte ebenfalls nicht, z. B. unterstützte König Franz I. den Italiener verazzano, der die nordamerikanischen Gewässer befuhr (152Z). Sodann suchte man im Gebiete des schwächeren der beiden Kolonialvölker, vor allem in Brasilien, Eingang zu gewinnen. Einen höheren Schwung brachten in diese Tastversuche die religiösen Kämpfe im Mutterlande. Admiral Colignn entwarf den Plan durch Ansiedlung seiner hugenottischen Glaubensgenossen in Brasilien und Florida ein überseeisches evangelisches Frankreich zu begründen, aber diese Okkupation feindlichen Landes ohne die Stütze einer heimischen Seemacht nahm ein trauriges Ende: hier vernichteten die Spanier (1565), dort die Portugiesen (1568), die Anfänge der Pflanzung. Seitdem ließ man in Frankreich die Hoffnung auf Erwerb südlicheren Gebiets fallen, aber eine gewisse historische Bedeutung Kommt diesen ephemeren Bestrebungen doch zu. Denn sie waren von Einfluß auf Kaleighs Unternehmen und werden auch für haklunt und seine Gesinnungsgenossen manche Anregung gegeben haben. Freilich suchte der englische Koloniale polvhistor seine Anschauungen auf eine breitere Basis zu stellen: Eolignns versuche entsprangen dem unmittelbaren religiös-politischen Bedürfnis, ha- Kluvt belegte seine Vorschläge mit allgemeinen nationalen und wirtschaftlichen Gründen.
Mit nicht größerem Erfolg endeten die Bemühungen um Nord-