vierzehntes Kapitel.
Erwerbungen Frankreichs und Italiens. Englands neuer Aufschwung und sein Gegensatz zu den anderen Mächten.
Wenn in England weder Neigung noch Notwendigkeit vorhanden war, nach dem langen Kriege sogleich wieder größere Wagnisse wegen territorialer Erwerbungen zu unternehmen, so drängten in dem besiegten Frankreich wirtschaftliche wie politische Erwägungen auf die Neuerrichtung eines Kolonialreichs. Trotz der Verschiebung der wirtschaftlichen Grundlagen nach Verlust der Kolonien hatte es Napoleon verstanden, eine große Industrie zu schaffen, der er durch allerlei Gewaltmittel Rohstoffe und Absatz in Europa sicherte. Mit seinem Fall hörte diese ökonomische Gewaltpolitik auf, und gleichzeitig erhielt die französische Industrie in den bis dahin vom Kontinent ferngehaltenen englischen Waren eine starke Konkurrenz. Die Regierung suchte den Gewerben durch hohe Zölle zu Hilfe zu Kommen, aber da es sich nicht allein um Schutz des heimischen, sondern auch um Eroberung des ausländischen Marktes handelte, so reichte dies Mittel nicht aus. Daher dachte die Regierung sogleich wieder an die Erwerbung eines Kolonialen Marktes, und darauf wiesen auch die Traditionen der neu hergestellten Lourbonenregierung hin. Die Publizisten, die in den Ereignissen der letzten zwanzig Jahre eine Bestätigung der erwähnten Kolonialfeindlichen Anschauungen sahen und mit dem Nationalökonomen Leon San in dem Verlust der Kolonien einen Gewinn erblickten, drangen nicht durch. Natürlich suchte man zunächst den verlorenen Besitz, auf den man noch Anspruch hatte, San Vomingo, wieder zu gewinnen, aber der versuch scheiterte am Widerstand der Neger und der vereinigten Staaten, die eine Verstärkung der europäischen Macht in ihrer Nachbarschaft nicht wünschten. Schließlich mußte sich Frankreich mit dem versprechen der Negerrepublik, den vertriebenen französischen Pflanzern eine Entschädigung von I5V Millionen Franken zu bezahlen, begnügen, Konnte