Fünfzehntes Uapitel.
Eingreifen von Belgien und Deutschland.
Die Ursache, daß Belgien überseeischen Besitz erstrebte, liegt in dem mächtigen, wirtschaftlichen Aufschwünge des Kleinen Landes seit seiner Trennung von Holland (I8ZV). Mit der Zunahme der Industrie begannen bald Schwierigkeiten um den Absatz und die Zufuhr von Rohstoffen, denen einige Gesellschaften durch Gründung von Niederlassungen in Brasilien und Afrika abzuhelfen suchten (1840—SO). Die versuche schlugen aus Mangel an Mitteln fehl, aber die Idee ging nicht unter. König Leopold II., der Monarch mit dem großen Kaufmännischen Zug, ergriff sie mit Eiser und gedachte sie im Anschluß an die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzende Afrikaforschung zu verwirklichen. Fast zwei Jahrzehnte lang verfolgte und unterstützte er die Expeditionen, die ins Innere Afrikas gingen - als dann Stanley seine Durchquerung Afrikas beendet und das Uongogebiet geographisch festgestellt hatte (1877), war sein Plan gefaßt: er brachte eine große internationale Kapitalistische Gesellschaft zusammen, um Stanlen abermals nach Afrika zu schicken und durch ihn im Zentrum des schwarzen Erdteils einen großen Staat begründen zu lassen, der allen Europäern offenstehen sollte. Eine besondere belgische Kompagnie war dem Programm nach nicht beabsichtigt.
Raum aber hatte Stanler/ im Auftrage der Gesellschaft seine Tätigkeit begonnen (1880) und von der Mündung des Uongo aus Stationen ins Innere vorgetrieben, da rief dies Unternehmen die Franzosen auf den Plan. Sie besaßen schon seit 1849 einige Stationen an der zentralafrikanischen Westküste, wie Gabun und Libreville, die vornehmlich von befreiten Sklaven aus den Antillen bewohnt wurden, aber wenig Pflege fanden, da die andern Besitzungen ungleich wichtiger erschienen. Zur Erforschung des Hinterlandes waren nur geringe Ansätze gemacht worden. Sobald die Stanleysche Tätigkeit die große Bedeutung des Uongobeckens zeigte, verschwand