gg Länderkunde der deutschen Kolonien.
b) Die Palau-Jnscln. Dcr äußerste Westen Deutsch-Mikroncsicns ist die Inselgruppe Palau, die in dcr Lüngenlage des westlichen Neuguinea nordsüdlich sich erstreckt. Dieser Archipel besteht aus vier größeren und zahlreichen kleineren Inseln, die fast alle von ausgedehnten Riffen umgeben sind, durch die tiefe schiffbare Kanäle zu geschützten Ankerplätzen führen. Dcr Entstehung nach besteht die nördliche, dicht geschirrte Gruppe aus jungvulkanischen Gesteinen (Basalten nnd Trachyten), deren Emporquellen gleichzeitig gewaltige Korallcnkalkmas- sen über die Mcercsflächc gehoben hat. Aus diesen aragonit- artigen Kalkfelsen brechen die Schisfcr dcr Karolinen (f. o.) ihre merkwürdigen Geldsteine. Auch Steinkohle und Gold scheinen in tieferen Schichten vorhanden zu sein. Die südlicheren, verstreut liegenden Inseln sind korallinischcu Ursprungs.
Im übrigen unterscheiden sich die Palcm in nichts- von den Karolinen. Die genügsame Kokospalme ist auch hier die Charakterpflanzc. Die Palauinsulaner sind eines der liebenswürdigsten Völkchen der ganzen Erde. Ihre Friedfertigkeit, Sanftmütigkcit und Freundlichkeit kann der deutsche Reisende Semper nicht genug rühmen. Auf ihren hohen Kulturstnnd weisen die gewaltigen Steinbantcn hin, die an den Küsten als schützende Dämme noch heute aufragen.
Der Außenhandel beschränkt sich vorerst auf die Erzeugnisse der Seefischerei, besonders auf Trepang. Mit der Anlage von Kokosplantagen soll begonnen werden. Der Häupthafen ist Korror südlich der größten Insel Baobcltaob..
o) Die Mari anen.
Die nördlichste Inselgruppe Mikronesiens ist von allen Inseln der Südsee zuerst entdeckt worden. Dcr Seefahrer Mngellan erreichte sie 1521 und nannte sie nach der landesüblichen Segclform „Inseln dcr Lateinischen Se-