l. ?ic öcdentnng Kolonialen jZestties.
TaS lateinische! Wort „eolonis," aus dem wir unser Wort „5t'olonie" gebildet haben, stammt von dem Zeitwort „oolere" derselben Sprache, das allgemein genommen „hegen, pflegen" bedeutet und zumeist im engeren sinne von „das Land bebauen, Feldbau treiben" gebraucht wird, Ein Kolonist ist daher ein Ansiedler, der sich der Bearbeitung des Bodens (lateinisch „eultura," anch wieder von eolers abgeleitet) hingibt, also schließlich ein Landwirt überhaupt.
Wenn wir die Moor- oder Fehnkolonicn betrachten, wie sie z. B. bei Papcnbnrg in den unwirtlichen Ems- niedenmgeu noch heute neu entstehen: wenn wir an die veidelolvnien der Luueburger Heide denken oder an die Bruchkolonicn im Warthe- und Nctzebruch: so sind das in den Rahmen der inneren Kolonisation fallende Ansiedlnngeu, die im Reiche selbst gelegene Odländereicn der Kultur inchbar machen sollen, hierher gehören anch die früheren Bestrebungen deutscher Fürsten und Herren, sremde Volksgenossen znr Ansiedluug aus RcichSboden zu veranlassen. Man denke nnr an die niederländische Kolonisation der Goldenen Aue uud an die vlacmische im Flaming oder ans neuerer Zeit au die Hugenotten-, Pfälzcr und Talzburger Kolonien, die weithin in den deutschen Landen verstreut sind,
,^m übertragenen sinne reden wir dann von Arbeiterkolonien nnd Bessernngskolonicn, ja gar von Ferienkolonien: Begriffe, die die heutige Gesellschaftswissenschaft mit Recht für sich in Anspruch uimmt,
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