Länderkunde der deutschen Kolonien. /-»?>-,^v^,^ Ag
gebiet wettgemacht werden. Sie 'wird Anfang 1907 fertig sein. Das Netz der Straßen und Wege ist schon weit ausgebaut und von zahlreichen Lastwagen belebt.
Die Faktoreien der Küste besetzen das Innere mit zahlreichen Zweigniederlassungen. Der Handel im Westen gelangt immer mehr in die Hände der Europäer. Im Norden sind noch heute die mohammedanischen Händler die Vermittler zwischen den Faktoreien und den Käufern. Die im Schutzgebiete umlaufenden englischen Geldstücke nnd die als kleine Scheidemünze verwendete Kanrischcl werden allmählich durch deutsche Münzen verdrängt.
Das „Nizza Westafrikas" ist mit zahlreichen Siedlungen bedeckt. Der Sitz der Regierung ist der als Stadt kanm eiu Jahrzehnt alte Küstenort Lome, der ein herrliches Strandbild inmitten der Palmenhaine abgibt. Alle übrigen Küstenorte sind zurückgegangen, da sie vom Binnenland dnrch die Lagune getrennt sind. Nnr Anecho (Klein- Povo) hat sich seine Bedeutung als Marktort am Ostende der Küste gewahrt. Im Innern sind die wichtigsten .Handelsplätze zugleich „Stationen" der Verwaltung. Die in der Mitte des Landes gelegene Station Bismarckbnrg ist nach der Doppelstadt Kete-Kratschi am Wolta verlegt, das nach der Zerstörung von Salaga (im Jahre 1892) und durch das Vordringen der mohammedanische» Händler zum Haupthaudelsplatz des Landes erblühte. Palime, der vorläufige Endpunkt der Biunenbnhn, entwickelt sich mehr und mehr zn einein wichtigen Handelsort.
2. Kamerun.
Von der Schwesterbncht der von Benin, der von Biafra, die am tiefsteil in das Westgestade des Erdteils einschnei det, erstreckt sich das Schutzgebiet Kamernu in das Innere des tropischen Afrika. Die Küste, der die spanische Insel Fernando Po mitten vorgelagert ist, erstreckt sich von der Mündung des Rio del Rey (d. h. Königsflnß) bis zum Rio Campo nnd mißt nnr Icm. Landeinwärts aber