Länderkunde der deutschen Kolomen.
für die Industrie haben unsere überseeischen Besitzungen einen nur mittelmäßigen Wert, von Kiautschou abgesehen, das dem deutschen Handel mit dem nördlichen Teile des chinesischen Millionenreichs eine große Pforte geschaffen, hat. Der deutsche Handel hat sich überdies aus sich selbst heraus nächst dem britischen zum ersten in der Welt aufgeschwungen und sieht jetzt seme wahre Aufgabe darin, mit Umgehung des englisch-amerikanischen Wirtschaftsgebiets den Markt der beiden angelsächsischen Reiche in anderen Ländern aus dem Felde zu schlagen. In Südamerika und Ostasien ist ihm das schon gelungen.
Inwieweit unsere Kolonien sich auch zu Bergbau- kolouien entwickeln werden, läßt sich noch nicht übersehen. Jedenfalls lassen die geologischen Verhältnisse in den beiden größten afrikanischen Schutzgebieten in dieser Richtung großen Hoffnnngen Ranm.
L. Vergleich des deutschen Kolonialbesitzes mit dem der übrige» Äoloninlmlichtc.
Das Deutsche Reich ist erst verhältnismäßig spät in die Reihe der Kolonialmächte eingetreten. Von den Staaten Europas hat es überhaupt zuletzt überseeischen Besitz erworben. Während die dänischen Kolonien die einzigen sind, deren Erwerbung bis in das frühe Mittelaltcr hineinreicht, sind die übrigen kolonialen Erwerbungen erst in der Neuzeit geschehen. Im Zeitalter der Entdeckungen schnfen sich Portugiesen und Spanier ihren mächtigen Kolonialbesitz. Ihnen folgten die Niederländer und die Briten. Frankreich, das damals gleichfalls Erwerbungen gemacht hatte, gab schließlich seine ganze überseeische Politik im 18. Jahrhundert fast gauz auf uud begann erst mit der Eroberung von Algerien im Jahre 1830 dieselbe wieder aufzunehmen. In ähnlicher Weise hat Rußland seine Ausbreitung nach Osten und Südosten, die es schon im 16. Jahrhundert begonnen hatte, erst im 19. Jahr-