Jahrgang 
1 (1910) Beiträge zur Landeskunde von Neu-Mecklenburg und seinen Nachbarinseln / von Karl Sapper. Mit einem Beitr. von C. Lauterbach
Entstehung
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Entwicklung- der betreffenden Gebiete wesentliche Hilfe leisten, obgleich stellenweise (z. B. Min und Matanalaua) eine Barre an der Mündung das Aus- und Einlaufen erschwert. Diese stellenweise schiff­baren Flüsse sind auf Gebiete beschränkt, die eine leichte Senkung und dadurch Aufstauen des Fluß­wassers erfahren zu haben scheinen.

An vielen Küstenstrecken (so an den Küsten Süd-Neu-Mecklenburgs und an der Süd­küste Neu-Hannovers 1 )) werfen Küstenströmungen und Küstenversetzung Sand- und Geröllwälle auf, die entweder die Flüsse und Bäche zu einem mehr oder weniger langen Umwege zwingen, ehe sie ins Meer einmünden können oder ihre Wasser über­haupt aufstauen, so daß sie in geringer Erhebung über dem Meeresspiegel größere oder kleinere La­gunen bilden und entweder blind enden, indem ihre Wasser durch den porösen Strandwall hindurch­sickern oder aber in verhältnismäßig schmalen, offenbar häufig ihren Platz verändernden Abfluß­rinnen in rascher Strömung abfließen. Die größte, stellenweise sumpfige Mündungslagune, die ich passiert habe, befindet sich an der Mündung des Kamdaru oder Ramdaru an der Westküste Süd- Neu-Mecklenburgs, und an derselben Küste be­rührte ich auch das Südende eines noch größeren Strandsees (Timbulmogru), der nach Mitteilungen des Herrn A d e 1 m a n n oft längere Zeit ganz vom Meere abgeschnitten ist, während der Regenzeiten aber zuweilen den Strandwall durchbricht und einen offenen Abfluß nach dem Meere zu gewinnt.

Größere Binnenseen sind mir nicht bekannt ge­worden. Wohl aber traf ich auf dem Hochland von

Neu-Hannover südlich von Kalutnkati in einer Gc- ländeeinsenkung des Andesitgebirges einen abfluß­losen, offenbar starken Wasserstandschwankungen unterworfenen Gcbirgsweiher von weniger als 1 ha Größe (Ngnosch), der lediglich dem Zufluß des Regenwassers eines engumgrenzten Gebiets seine ; Entstehung verdankt.

Süßwassersümpfe sind während der Regenzeit im Tiefland viel verbreitet, meist besitzen sie aber nur mäßige Ausdehnung die größte wohl in der Alluvialebene Nord-Neu-Hannovers. Tu der trocke­neren Jahreszeit trocknen sie großenteils wieder aus. Auf der Karte sind nur wenige davon angedeutet worden. Im Mündungsgebiet vieler Bäche und Flüsse und an manchen Küstenniederungen linden sich oft mangrovebewachsene Brakwassersümpfe, am ausgedehntesten längs der Bucht von Balgai im westlichen Neu-Mecklenburg. Die größeren Man grovesümpfe, die als Verkehrshindernisse und bis­lang völlig unwirtschaftliche Gebiete wenig erfreu­liche Erscheinungen sind, sind auf den Karlen ver­zeichnet, ihre Grenzen sind aber nicht hinreichend genau bekannt.

Heiße Quellen sind bisher auf Neu-Mecklen­burg und Neu-Hannover oder den südlich vorge­lagerten Inseln nicht bekannt geworden, wohl aber auf den hibernischen Inseln: Nissan, Feni und Lihir; auf letztgenannten zwei Inseln scheinen sie an das Auftreten von Basalt geknüpft zu sein. Uber Hit' Erscheinungen, welche diese heißen Quellen, insbe­sondere aber der Geyser Balamusson auf Ambitle (Feni-Gruppe), zeigen, ist auf die früheren Aus­führungen (S. 44) zu verweisen.

Neunter Abschni

Wenn wirklich die Bildung Neu-Mecklenburgs und seiner Nebeninseln ungefähr in der Weise er­folgt ist, wie ich oben (S. 58ff.) ausgeführt habe, wenn also Eruptivergüsse längs nordwestlich strei­chender Spalten oder Spaltzonen die Hauptursache der zuerst vorhandenen Erhebungen und ihrer Streichrichtung gewesen sind und Faltungen (viel­leicht mit Ausschluß des noch zu wenig bekannten Südteils von Neu-Mecklenburg) nur eine nebensäch­liche Rolle gespielt haben, dagegen subaerische Denudation und ein mehrfacher Wechsel von Hebungen und Senkungen bedeutsame Folgen für

\) An vielen Küsten hemmen vorgelagerte Korallenrilie die akkumulierende und transportierende Tätigkeit des Meeres zu sehr, als daß größere Strandwcälle entstehen könnten.

t: Orographie.

die spätere Obcrflächcngestaltung des Gebiets ge­habt haben, so darf man sagen, daß Neu-Mecklen­burg (wenn man auch hier wieder von dem Südteil der Insel absieht) und Neu-Hannover, sowie die nordöstlich vorlagernden Tnseln der hibernischen Reihe in der Hauptsache eruptive Erhebungen sind. Ihr Grundgestein ist aber vielfach von Absätzen tiefer Meere mantelförmig überdeckt oder auch von den Seichtwasserbildungen älterer und junger Ko­rallenbauten teilweise überbaut worden. Einzelne Flächen (z. B. Neu-Hannover oder weite Teile der Südabdachung des Schleinitz-Gebirges) sind fast gänzlich frei von Korallenbildungen ge­blieben, während andere (Nordabdachung de, Schleinitz-Gebirges, Nokon-Gebict auf Neu-Meck-