73
Cassia mimosoides, Crotalaria linifolia, Uraxiä picta und Desmodium-Arten sich einschieben. Diese Grasfelder verdanken also in der Mehrzahl dem Menschen ihre Entstehung- und Erhaltung, 1 ) nur für ganz durchlässige, sterile Strecken, etwa junge
vulkanische Aschenfelder, oder Felsplateaus mit geringer Bodendecke dürften sie die ursprüngliche und bleibende Formation darstellen, soweit man von solchen überhaupt sprechen kann. 1 )
Fünfter Abschnitt: Die Tierwelt.
Wie die Pflanzenwelt Neu-Mecklenburgs sich sehr eng an die Neu-Guineas anschließt, aber viel artenärmer als diese ist, so ist es auch mit der Tierwelt der Fall. Von Säugetieren sind außer Mäusen und Ratten fliegende Hunde, Fledermäuse, ein Beuteleichhörnchen und ein Beutelbär heimisch, vielleicht auch ein kleines Känguruh, außerdem eingeführt Schweine, die vielfach verwildert in den Wäldern sich herumtreiben, und Hunde; neuerdings in sehr geringer Zahl auch die europäischen und asiatischen Haustiere: Pferde, Wasserbüffel, Rinder, Schafe, Ziegen. Reich ist die Vogelwelt vertreten: Tauben in großer Zahl, Papageien, Kuckucksarten, ein Nashornvogel, Großfußhühner, verschiedene Raubvögel, Eulen u. a. Zahlreich sind Geckonen, Schuppenfüßer und Glanzechsen vorhanden, dagegen sind Landschlangen selten (nur eine giftige Art), häufiger kleine giftige Seeschlangen. Zahlreich trifft man wieder Tausendfüßler, Landschnecken, Regenwürmer und allerhand Insekten, namentlich Schmetterlinge. In einzelnen Gegenden sind Moskitos häufig, auf weiten Strecken fehlen sie aber fast ganz, so daß der Reisende sehr oft ohne Moskitonetz schlafen kann; Landblutegel, die Plage Neu- Guineas, kommen nur vereinzelt im Gebirge Süd- Neu-Mecklenburgs vor, Zecken (eingeführt) sind auf Nusa und West-Neu-Mecklenburg vorhanden da, wo Viehzucht getrieben wird. In den Flüssen und im Meer sind Muscheln, Schnecken und Fische in großer Menge zu treffen; sie sind für die Ernährung der Eingeborenen von großer Bedeutung. Einzelne Seefische sind aber giftig und können nur unter bestimmten Vorsichtsmaßregeln gegessen
*) Aus Dr. Naumanns Bericht in Engters botanischen Jahrbüchern VI, 1885, S. 424, geht hervor, daß zur Zeit seines Besuchs der Insel (1875) die Ausdehnung der Savanne auf Neu-Hannover im Hinterland von Lawangai, wo er offenbar gelandet hatte, wesentlich größer war als gegenwärtig. Ich muß daraus den Schluß ziehen, daß die Bevölkerung des Gebiets seit jener Zeit stark zurückgegangen sein muß, da die Ausdehnung der offenen Landschaft in diesen Gebieten einen Rückschluß auf die Bevölkerungsdichte gestattet. Sapper.
Mitteilungen a. d. D. Schutegebieten, Ergänzungsheft 3.
werden.-) Gefährlich sind in manchen Flüssen Leistenkrokodile, im Meer die zahlreichen Haifische. Holothurien (Trepang), Perlmuscheln und Perlmutter liefernde Mollusken sowie Chagrin-Schild- kröten liefern wichtige Exportartikel.
Im allgemeinen ist die Tierwelt des Gebiets noch wenig untersucht. Die Sammlungen, die F r i e d e r i c i angelegt hat, sind leider /.um Teil auf dem Transport zugrunde gegangen, /.um anderen Teile noch nicht untersucht.
Leider fehlen bisher eingehende Beobachtungen über die Tätigkeit der den Boden durchwühlenden Landtiere, die uns hier besonders interessieren würden, noch vollständig. Dagegen hat Guppy auf den nahen Salomonen bei seinen Untersuchungen über die rezenten Riffe dieser Insehr) auch Beobachtungen über die Zerstörung des Riffkalks durch Organismen gemacht und gefunden, daß Holothurien den Sand zerkleinern, den sie wegen seines Gehaltes an Diatomeen und Foraminifercn als Nahrung verschlucken (ähnlich den Regenwürmern, die Erde zu sich nehmen). G u p p y berechnete, daß eine häufige Riffart täglich etwa % Pfund Sand verschluckt. Bohrende Tiere helfen an der Zerkleinerung mit. und so entsteht zuletzt Schlamm.
Sehr wichtig sind auch die Beobachtungen Guppys über das Wachstum und die Zusammensetzung der Korallenriffe, von denen ich hier das Wichtigste in Kürze anführen will, da ich selbst hierüber keine nennenswerten Beobachtungen machen konnte, und da auf Neu-Mecklenburg und seinen Nebeninseln offenbar ganz ähnliche Verhältnisse herrschen:
J ) Die wichtigsten Nutzpflanzen der Eingeborenen, auf deren Verwendung in der Hauptsache ihre Ernährung beruht, sind offenbar mit Ausnahme der Kokospalmen von Menschen erst eingeführt worden: Taro, Yams, Bananen, Bataten u. a. Sapper.
2 ) Ein jäher Todesfall durch während meiner Anwesenheit in Mecklenburg.
3) Proc. R. Soc. Edinburgh 3, 1884/86, S. 857ff.
Fischvergiftung erfolgte Lamuson, West - Neu-
(