Jahrgang 
1 (1910) Beiträge zur Landeskunde von Neu-Mecklenburg und seinen Nachbarinseln / von Karl Sapper. Mit einem Beitr. von C. Lauterbach
Entstehung
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Kurzer Überblick über den Verlauf der Reise.

Das Reichs-Kolonialamt hatte 1908 auf Antrag der landeskundlichen Kommission zur Erforschung der Schutzgebiete eine Expedition nach dem Bis­marck-Archipel entsandt, welche einen Uberblick über die Natur- und Völkerverhältnisse Neu-Meck- lenburgs und Neu-Hannovers gewinnen sollte. Diese Expedition bestand aus Herrn Hauptmann a. D. Dr. Georg Friederic i als Ethnologen und mir als Geographen; mir war die Führung der Expe­dition übertragen worden. Uber den Verlauf der Reise haben Friederici und ich mehrfach kurz im Kolonialblatt 1908 und 1909 berichtet, so daß ich mich hier auf wenige Bemerkungen beschränken kann. Am 17. April 1908 langten wir an Bord des ReichspostdampfersPrinz Sigismund" im Schutz­gebiet (Herbertshöhe) an leider nur mit dem kleinsten Teil unseres Expeditionsgepäcks: die Hauptmasse des Gepäcks war schon in Bremer­haven an Bord des ReichspostdampfersRoon" falsch verstaut worden und daher in Sydney un­auffindbar geblieben, als wir auf den Anschluß­dampfer umsteigen mußten. Glücklicherweise war wenigstens die topographische Ausrüstung und ein Photographenapparat in unseren Händen, und da Seine Exzellenz der Herr Gouverneur Dr. H a h 1 mit freundlichem Entgegenkommen uns aus den Beständen des Gouvernementshauptlagers die not­wendigsten Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung stellte, so konnten wir am 26. April, nach Erledigung der notwendigen Vorbereitungen und Arbeiten, an Bord derSumatra" unserem Arbeitsgebiete zu­streben. Am 27. April wurde vormittags Namata- nai erreicht und, da der Dampfer bis zum Abend des nächsten Tages liegen blieb, so durchquerten Frie­derici und ich rasch Neu-Mecklenburg an dieser seiner schmälsten Stelle auf zwei verschiedenen Wegen. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich bereits, daß es nicht angeht, daß ein Ethnologe und ein Geograph zusammen reisen, da ersterer auf län­geren Aufenthalt in den Ortschaften angewiesen ist, letzterer aber möglichst große Strecken durchwan­dern muß und nur an Stellen weiter Aussicht oder

Mitteilungen a. d. D. Schutzgebieten, Ergänzungsheft 3.

guter geologischer Aufschlüsse längeren Aufenthalt nehmen will. Wir haben infolgedessen unsere Rei­sen in der Folge getrennt gemacht, wobei jeder nach Möglichkeit des andern Arbeit übernahm, und haben dadurch ein wesentlich reicheres wissenschaftliches, namentlich topographisches Material zusammenzu­bringen vermocht, als es bei gemeinsamem Wandern möglich gewesen wäre.

Nach Verlassen Namatanais wurden in der Re­gierungsstation Käwieng vier schwarze Polizeisol­daten aufgenommen. Hierauf wurde am 2. Mai auf der kleinen Insel Kung, wo eine früher aufgelassene Handelsstation eben wieder eröffnet wurde, ein Standquartier bezogen und von hier aus Neu-Hanno- ver leider unter sehr ungünstigen Witterungs­verhältnissen bereist. Nach dem Besuch von Djaul und einigen Straßeninseln trafen sich die Ex­peditionsteilnehmer am 10. Juni wieder in Käwieng in dem gastlichen Hause des Stationsleiters, Herrn Boluminski, der unsere Expedition in der wirk­samsten Weise durch Rat und Tat unterstützt hat. Hier fanden wir nun endlich unser Expeditionsge­päck vor, was in Zukunft das Reisen in mannigfacher Weise erleichterte; das anthropologische Instrumen­tarium, sowie zwei photographische Apparate er­gänzten nun unsere Ausrüstung; leider erwiesen sich aber alle photographischen Apparate den Un­bilden des Klimas nicht gewachsen und versagten nach kurzem Gebrauch völlig den Dienst.

Unser Aufenthalt in Käwieng dauerte ziemlich lange, da ich mir einen in Neu-Hannover zugezo­genen Ringwurm wegzukurieren hatte. Nach meiner Wiederherstellung brachen wir am 23. Juni wieder auf. Es wurde wieder auf getrennten We­gen das nordwestliche Neu-Mecklenburg bereist, und am 9. Juli bezog ich in Lamuson mit Haupt­mann Friederici und Herrn Boluminski ein gemeinsames Standquartier. Am 12. Juli ver­ließ ich Lamuson an Bord desSeestern" und be­gleitete Seine Exzellenz den Herrn Gouverneur Dr.

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H a h 1 auf einer Reise nach Bougainville und Buka. Auf der Heimkehr von dieser Reise besuchte ich