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Das Bremer Gastbett : Altes und Neues / zsgest. von Konrad Weichberger
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Briefe

Briefe von Robert Schumann an Dr. Theodor Töpken in Bremen.

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Leipzig, den 24sten Februar ltt40.

Mein lieber Töpken,

Sie sollen mir heute den Gefallen thun, inliegenden Brief an den Nakemann zu besorgen, den es angeht; ich glaube er heißt Christian. Auch ersuche ich Sie nach Ihren, Ermessen einen Advokaten für mich anzunehmen, der den Verbreiter jenes Pasquills in meinein Namen verklagt. Sie wissen gewiß genug von der Sache, um das für mich Beste zu thun, uud Sie werden es thun, da es die Ehre Ihres Freundes betrifft. Lieber das Andere lassen Sie mich schweigen. Genug, daß hier das Anglaubliche von Niederträchtigkeit geleistet worden ist, was Sie sich denken können. Der . . . Mann zerfleischt sich selbst, und das sei seine Strafe.

Schreiben Sie mir auch, lieber Guter, ein paar Worte über Klara, die ich vielleicht für die Zeitung benutzen könnte, auch über die sonstigen Musikzustäude, lind dann viel über Sie selbst und Ihr Musiktreiben. In der letzten Zeit hab ich nur für Gesang geschrieben, und könnte darin ganz untergehen, so singt und wogt es in mir, daß ich fast vergesse, was Unwürdiges um mich vorgeht. Lange freilich dürfte ich diese Aufregung nicht trageu. Nun baun bin ich mir bewußt, gewirkt zu haben, was in so kurzer Zeit möglich war.

Adieu, Lieber, nehmen Sie sich meiner an und schreiben mir gleich

Ihrem

Schumann.