Brief von Lavater
Dankziele
MI
Äerren Doktor und Syndikus von Post, die Herren Bauherren der Sant Ansgariusgemeine,
generöse Wohlthäter und Wohlthäterinnen in Bremen
vier große, kostbare Silberstücke an meine Frau und zwo goldene Medaillen siir mich.
Was soll ich sagen, mein gütiger Äerr Post! meine über- gütige Bremer und Bremerinnen? Was konnte mir unerwarteter seyn, als das kostbare Geschenk, das ich vorgestern erhielt? Ihren Augen traueil durfte meine Frau nicht, da ich ihr nach und nach die Kostbarkeiten vorlegte. Ach! Liebe Seelen! Welche Güte gab Euch den Gedanken ein? Aber, warum so kostbar? Wenn Ihr doch was schenken wolltet, warum begnügtet Ihr Euch nicht mit dem Fünftheil — der ja immer noch übergroß genug gewesen wäre? Ich danke Euch allso herzlich —und sage zum besten Dank: „Dank Euch Gott!" Euer Schuldner bin ich, bleib ich, will ich bleiben immer und ewiglich. Nie will ich die Schuld meiner Liebe abbezahlen. So oft ich Euch im gegenwärtigen oder künftigen Leben antreffen
und einige
fiir