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Das Bremer Gastbett : Altes und Neues / zsgest. von Konrad Weichberger
Entstehung
Seite
87
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Max Maria von Weber

Carl Maria von Weber (1820)

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M^Dr Halle die Musil '->»>» ,v»'isUnu^n be^nd^l. am l.^ Mai;

schon am 15. fing er, mit erstaunlicher Spannkraft, die Kom­position voil Preziosa an; am 9. Juli war' sie fertig. Nun sehnte sich der Meister nach Erholung, verband aber damit eine Kuustreise nach Norddeutschland, die ihn bis Kopenhagen führte. Ende Juli reiste das Ehepaar in behaglichster Stimmung aus Dresden in die Welt hinaus; in jeder Stadt der konzert- reichen Fahrt wurde ihm die begeistertste Aufnahme; die Freude der Reise, die über Äalle und Göttingen ging, wnrde freilich in Hannover durch starkes Llnwohlsein beider beeinträchtigt. Des Komponisten Sohn Max berichtet:

Ohne daß seine oder Carolinens Gesundheit ganz her­gestellt gewesen wäre, verließ Weber am A). August Hannover, um sich nach Bremen zu begeben. Auf den» Wege dahin wurden die, samt dem Postillon bei der heftigen Äitzc schlummernden Reisenden, mit dem Wagen bei Hellem Tage in den Straßen­graben gefahren und nmgeworfeu.

Earoline dachte später oft der Bewunderung, mit der sie bei diesem Vorfall die Herrschaft wahrgenommen hatte, welche Webers starker Geist auf seiueu schwachen Körper übte. Trotz seines Llnwohlseins, das sofort verschwuudeu schien, entwickelte er sofort die energischste Tätigkeit. Er belebte den betäubten Postillon mit Eau dc Cologuc, schnallte, während sich dieser erholte, die schweren Sachen und Koffer von, Verdecke lind Tritte des Wagens, spannte die Pferde aus lind setzte die Winden an den Wagen an, der seitwärts gegen Bäume ge­fallen war.

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