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Deutsch-Ostafrika : Geschichte der Gründung einer deutschen Kolonie / von C. Falkenhorst
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Wißmanns Jugend.

Hermann von Wißmann.

Deutschland darf mit Stolz auf eine Reihe berühmter Afrikaforscher zurückblicken, welche sich um die Erforschung des dunklen Weltteils unvergängliche Verdienste erworben haben. Die Reihe der Veteranen hat zwar der Tod stark gelichtet; indessen sind jüngere Kräfte an deren Stelle ge­treten und von diesen hat sich Hermann Wißmann am meisten ausgezeichnet. Er wurde am 4. September 1853 in Frank­furt an der Oder als Sohn eines dortigen Regierungsbeamten geboren. Schon als Knabe zeichnete er sich durch Mut und Entschlossenheit aus und wühlte die militärische Laufbahn. Im Jahre 1873 wurde er Offizier und stand bei einem mecklenburgischen Infanterieregiment in Rostock. Die groß­artigen Reisen Livingstones, Schweinfurths und Stanleys erregten damals allgemeines Aufsehen, und namentlich die Werke der beiden letzten Forscher waren ebenso durch die Neuheit des Stoffes, die Fülle der Erlebnisse, die Größe der überwundenen Gefahren, wie durch die meisterhafte Dar­stellung dazu angethan, selbst in fernersteheuden Kreisen eine förmliche Begeisterung für die Entdeckungen im dunklen Weltteil zu erwecken. Das Lesen derselben entfachte auch in Wißmann den ersten Wunsch, in das Herz von Afrika einzudringen und mitzuarbeiten an dein Werke der Erforschung des noch so wenig bekannten Weltteils.

Da fügte es der Zufall, daß Pogge nach seiner Rück­kehr von der berühmten Reise im Lundareiche sich in Rostock aufhielt und hier mit Wißmann bekannt wurde. Da Pogge sich mit neuen Reiseplänen trug, so bot sich ihm Wißmann als Begleiter an, und in der That sollte sein Wunsch er­füllt werden.

Der junge Offizier meldete sich bei dem damaligen Vorsitzenden der Afrikanikanischen Gesellschaft in Berlin, dem leider 1885 verstorbenen Dr. Nachtigal, und erfuhr voir ihm die Bedingungen, unter denen er als Geograph für die nächste Expedition in Aussicht genommen werden könnte.