Anfänge der Lolonialbewegnng.
^Äie politische Zerrissenheit Deutschlands und als Folge derselben die Vernachlässigung der Flotte war die Ursache, daß Deutschland keine Kolonien besaß; denn es sehlten ihm sonst nicht die nötigen Vorbedingungen zur Gründung überseeischer Reiche. Alljährlich wanderten Hunderttausende seiner Sohne nach fernen Ländern aus, deutsche Kaufleute trieben Handel an allen Küsten und in allen Meeren, trotzdem begnügte sich Deutschland mit der Rolle des Poeten unter den Völkern, welche die Welt teilten, und wenn von derartigen Plänen 'mal die Rede war, so blieb es bei Plänen und Gedanken. Jahrhundertelang beschränkte sich die Kolonialgeschichte Deutschlands auf zwei Unternehmen: auf die verunglückte Ausbeutung Venezuelas durch die Welser unter Karl V. und auf die Kolonie Groß- Friedrichsburg an der Westküste Afrikas unter dem Großen Kurfürsten!
Die Gründung des Forts Groß-Friedrichsburg geschah im Jahre 1683 durch den Major Otto Friedrich von Groben, nachdem Kapitän Blanck bereits im Jahre 1681 einen Vertrag mit den Eingeborenen an der Goldküste abgeschlossen hatte. Groben wählte hierzu den auf einer vorspringenden Landzunge gelegenen Berg Manfro, ließ auf demselben am letzten Tage 1682 sechs Geschütze aufstellen und traf Vorbereitungen, um von dem umliegenden Gebiet Besitz zu ergreifen.
„Den folgenden Tag, als den 1. Januar 1683," be- richtet er selbst, „brachte Kapitän de Voß die grosse Chnr-
Bibliothek denkwürdiger Forschungsreisen. IV. 1