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Deutsch-Ostafrika : Geschichte der Gründung einer deutschen Kolonie / von C. Falkenhorst
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Deutsche Plantagen.

Petershöhe, an der Bagamoyostraße die Stationen Baga- inoyo, Kiora und Mpwapwa, in Usaramo die Stationen Dar-es-Salaam und Pugu, in Usambara die Stationen Kikogwe, Pangani, Korogwe und Mafi, im Kilimandscharo- Gebiet die Stationen Moschi und Aruscha und inr Sabaki- Gebiet die Station Tanganjiko oder Kilufi.

Das Gebiet, welches die Gesellschaft dadurch annähernd besetzt hielt, entsprach seinem Flächeninhalt nach ungefähr der Größe von Bayern, Württemberg und Baden.

Die Deutsch-Ostafrikanische Plantagengesellschaft besaß bereits Plantagen in Kibneni auf der Insel Sansibar, Deutschenhof bei Lewa in Usambara und Mbusine in Use- guha am Wami. Wir ersehen aus dieser Zusammen­stellung, daß in Anbetracht der Kürze der Zeit die Thätig­keit der Deutschen gewiß eine rege war. Wir dürfen näm­lich bei Beurteilung dieser Entwicklung nicht außer acht lassen, daß bei dem späten Eintreten Deutschlands in die koloniale Bewegung der Mangel an geeigneteil Kräften ein fühlbarer sein mußte, um so mehr, als es sich nicht allein darum handelte, Ostafrika zu besetzen, sondern auch andere weite Gebiete in Angriff genommen werden mußten, daß zu gleicher Zeit Togo und Kamerun an der Westküste von Afrika und Neu-Guinea und der Bismarck-Archipel in der Südsee viele Kräfte absorbierten.

So lagen die Dinge, als der verhängnisvolle August 1888 nahte, an welchem der Küstenvertrag praktisch aus­geführt werden sollte.

Der Aufstand.

Bei alleil diesen Verhandlungen und Verträgen wurde ein Element außer acht gelassen, welches an der Küste und tief im Inneren thatsächlich die wichtigste Macht repräsen­tierte: die Araber. Wir haben schon öfters im Verlauf unserer Schilderungen hervorheben müssen, wie die Euro­päer den Einfluß des Arabers und seine Stellung in Afrika unterschätzten. Das war auch hier der Fall.