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Deutsch-Ostafrika : Geschichte der Gründung einer deutschen Kolonie / von C. Falkenhorst
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Im Seengebiet. 129

Anweisungen auf Sansibar und viele Reisende haben davon Gebrauch machen müssen.

Die Stationen der Internationalen Afrikanischen Ge­sellschaft sind längst im Mondlande aufgegeben, auch die Missionare sahen sich neuerdings veranlaßt, ihren Posten zu verlassen. Das Gebiet muß aber unbedingt erschlossen werden; die Deutschen müssen bestrebt sein, hier ihren Ein­fluß zu etablieren; sie müssen den wichtigen Knotenpunkt der Karawanen besetzen und hier sichere Zustände schaffen, damit der Handel auf der alten Linie über Tabora und Bagamoyo der deutschen Küste erhalten bleibe. Nachdem die Araber die deutsche Macht an der Küste kennen gelernt haben, werden sie in ihren Intriguen ohne Zweifel vor­sichtiger werden und schwerlich sich in einen offenen Kampf einlassen. Vor allem aber wird es nötig sein, die Einge­borenen für uns zu gewinnen.

Eines der wichtigsten Gebiete, nach denen die Kara- wanenwege von Tabora führen, ist der Tanganpika, dessen Ostküste die Grenze der deutschen Interessensphäre bildet. Der Schilderung von Land und Leuten an demselben sei das nächste Kapitel gewidmet.

Der TangamMa.

Die Entdeckung des Tanganpika ist eine der größten und folgenreichsten Thaten in der Geschichte der Afrika- forschung, denn sie gab den-Anstoß zu weiteren wichtiger: Unternehmungen, durch sie wurde die Seenfrage, die schon von Krapf, Rebmann und Ehrhardt, den deutscher: Missio­naren in Mombas, angeregt worden war, völlig entrollt; ihr auf dem Fuße folgter: die Entdeckungei: des Victoria- und Albert-Nyanza, der Nilqueller:, die wieder die Erforschung des Inneren bis zum Kongo und diesen hinab bis zum At­lantischen Ozean zeitigten.

Der Tanganpika ist ein schöner und auch eir: großer See; er ist zwar nur 1012 Meilen breit, aber geger: 70 Meiler: lang, und wenn wir ihn ir: Deutschland hätten,

Bibliothek denkwürdiger Forschungsreisen. IV. 9