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Deutsch-Ostafrika : Geschichte der Gründung einer deutschen Kolonie / von C. Falkenhorst
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Vordringen der Araber.

Grunde gerichtet. Am Eintritt in diesen einförmigen lichten Wald mit wenig Unterholz lag vor einigen Jahren Mda- buru, die Tembe eines Küstennegers, Namens Munituana. Es war ein alter, magerer, einäugiger Räuberhauptmann, der mit hundert Walddieben die Gegendaufaß". Er hatte ringsum viele Dörfer zerstört und als Wißmann mit Tippu-Tib durch Mgunda Mkali zog, hat er sieben Tage lang keinen Eingeborenen gesehen. So war das in Kultur genommene Land wieder zu einer Wildnis geworden, durch die nur die Waldtiere streiften.

Hinter dem großen Kigwaforste begrüßt uns endlich ein freundlicheres Land, in dem wir wieder bebaute Felder und Viehherden erblicken ein Land, das für Jnnerafrika von größter Bedeutung ist, in dem viele Fäden des Handels und Verkehrs zusammenlaufen Unjamwesi oder das Mond­land, in welchem Tabora, eine der arabischen Hauptnieder­lassungen in Ostafrika, liegt.

Das Mondland.

Tabora ist unseren Lesern nicht mehr fremd. Wir haben diese Stadt schon bei der Erzählung der Reisen Stanleys ausführlich beschrieben. Sie ist noch nicht alt. Vor etwa 60 Jahren, als die Kultur der Gewürznelken in Sansibar in Aufschwung kam, drangen die Araber aus ihrer: Sklavenjagden bis hierher vor, um aus den: Inneren billige Arbeitskräfte zu beschaffen. Sie ließen sich in dem Distrikt Unjamjembe nieder und brachten die Häuptlinge in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis. Bis in den Anfang der siebziger Jahre herrschten sie hier unumschränkt; damals aber erwuchs ihnen in Mirambo ein Gegner, der ihren Einfluß stark beeinträchtigte. In fortwährenden Kriegen mit den: schwarzen Mars büßten die Araber viel ein und die hohe Blütezeit von Tabora war vorüber.

Anfangs kamen Europäer nur als Reisende nach Tabora; mit dem Verlauf der Jahre aber begannen sie andere Zwecke zu verfolgen. Die zivilisierte Menschheit kann ohne