Am Fuße des Kilimandscharo.
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dienen, und die wohlgebauten Wageno führen trotzdem kein ruhiges Leben. Trotz der Wildnis dringen bis zu ihnen die wilden Steppensöhne, die Massai, vor und suchen die Dörfer zu plündern.
Die beider: Länder sind für die deutsche Kolonie dennoch von Bedeutung. Durch diese Oasen muß die deutsche Karawanenstraße nach dem Kilimandscharo führen, welche bei richtiger Anlage mit der kürzeren englischen über Taweta nach Mombas konkurrieren kann. Darum dürfte es sich empfehlen, auch hier einige Verpflegungsstationen zu gründen. Seit der Pacifikation Usambaras durch Wißmann ist man auch vor: deutscher Seite thätig, diese Route zu sichern.
Von Ugeno gelangt man wieder in fruchtbare Zonen. Hier liegt am Weriweri, einen: der Quellflüsse des Pan- gani, Klein-Aruscha (730 Meter über dem Meere) — eine äußerst fruchtbare Ebene, in welcher zwischen zahlreichen Wäldchen die Hütten der ackerbautreibenden Wakuasi liege::. Hier gedeihen Bananen, Mais und Bohnen, hier wird auch Zuckerrohr gepflanzt. Die Karawanen erholen sich hier nach den langen Märschen durch unwirtliche Gegenden und schwelgen auch in Fleisch, da die Gegend wildreich ist; auch hier hat die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft eine Station gegründet.
An Klein-Aruscha grenzt das lachende Kahe mit seinen hochstämmigen Waldungen, Palmengruppen, Anpflanzungen von Bananen; hier findet man richtige Wiesen mit weichem Grase, Weiden, für Viehzucht geeignet, und auch Salinen. Jenseit Kahe aber thront der Kilimandscharo mit seinem grünen Sockel, ein Juwel unter den deutschen Kolonien in Afrika*).
Mganioyo.
Südlich von Pangani liegt in der Nähe der Mündung des Wamiflusses das Städtchen oder Dorf Saadani. Es bietet wenig Interessantes und auch die dahinter am Wami-
*) Was den Kilimandscharo anbelangt, so verweisen wir den Leser auf den Band „Auf VergeShöhen Deutsch-Afrikas" dieser Bibliothek.