Druckschrift 
Deutsch-Ostafrika : Geschichte der Gründung einer deutschen Kolonie / von C. Falkenhorst
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36

Wieder in Europa.

brief von Ostafrika zu erlangen. Derselbe würde ihnen 1887, da die Ansichten über Kolonien auch in England eine Ver­änderung erfahren hatten, sicher gemährt morden sein, menn ihnen eben Peters und, mie mir später sehen werden, auch die deutsche Regierung nicht zuvorgekommen wären.

Die Ueberfahrt nach Bombay gestaltete sich anfangs recht angenehm, denn der erste Offizier an Bord des Sultans­dampfersAvoca" war zufälligerweise ein Graf Pfeil, ein Vetter des Reisegefährten von Peters, und auch der Kapitän und der Ingenieur waren Deutsche.

Infolge von Genuß verdorbenen Weines zog sich Peters einen Dyseuterieanfall zu, aber er konnte schon das Neujahrs­fest beim Glase Champagner feiern.

Am 16. Januar dampfte er an Bord derMassilia" nach Europa ab. An: 1. Februar traf er in Venedig ein und fuhr an: folgenden Tage über den Brennerpaß nach Deutschland zurück.

Die Expedition hatte gerade vier Monate gedauert. Die eigentliche Arbeit, die Sicherstellung des Errungenen, sollte erst beginnen, und dieser Teil des Werkes war nicht der leichteste, denn in Deutschland selbst stand man Ostafrika mit geteilten Gefühlen gegenüber.

Die Deutsch-Ostafrilranische Gesellschaft.

Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Berlin, wo Peters am 2. Februar 1885 eintraf, wandte er sich an das Reichskanzleramt, um das neuerworbene Gebiet völker­rechtlich sicher zu stellen. Er fand das größte Entgegen­kommen, und schon am 27. Februar wurde ihn: der nach­stehende Schutzbrief erteilt:Wir Wilhelm, voi: Gottes Gnaden deutscher Kaiser, König von Preußen, thun kund und fügen hiermit zu wissen:

Nachdem die derzeitigen Vorsitzenden derGesellschaft für deutsche Kolonisation" Dr. Karl Peters und Unser Kammerherr Graf Behr-Bandelin, Unsern Schutz für die Gebietserwerbungen der Gesellschaft in Ostafrika, westlich