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Deutsch-Ostafrika : Geschichte der Gründung einer deutschen Kolonie / von C. Falkenhorst
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Pangani.

in Tnbora Elfenbein aufzukaufen, mißlang gänzlich. Zwei der Mitglieder der Expedition mußten krankheitshalber nach der Küste heimkehren; der dritte Deutsche wurde aber auf An­stiften der Araber meuchlings erschossen. Bald darauf brach der Aufstand an der Küste aus. Er veränderte völlig die bisherige Lage der Europäer in Sansibar.

Wmliara.

Die erste wichtigere Niederlassung, die wir an der Nord­küste der deutschen Interessensphäre finden, ist Pangani. Ein öder trauriger Ort, an flacher Küste gelegen. Er zählte vor dem Aufstand gegen 5000 Einwohner, die ebenso zusammen­gesetzt waren, wie die Bevölkerung von Sansibar. Es gab hier Araber, Inder und Suaheli; die letzteren natürlich in der überwiegenden Mehrzahl. So ist es auch erklärlich, daß in Pangani nur etwa 30 steinerne Häuser vorhanden waren, darunter das Regierungsgebände, die Wohnung des Wali, das Zollgebäude, eine Moschee und ein Hotel der englischen Mission. Der Rest der Bauten bestand aus einigen hundert einfacher Strohhütten, die sich im Grün der Kokos­palmen verbargen.

Das Leben pulsierte hier noch träger als in anderen afrikanischen Städten, und dies veranlaßte wohl die eng­lische Universitüts-Mission, hier für durchreisende Europäer ein offenes Haus zu halten. Als Johnston im Jahre 1884, von Kilimandscharo kommend, in pechfinsterer Nacht Pangani erreichte, fühlte er sich hier einsamer und verlassener als je in der Wildnis und lernte die Wohlthat dieses Gasthauses kennen. Er fand dort neben anderen guter: Dingen auch eine Kiste, zu der das Schlüsselwort mit griechischen Buch­staben geschrieben war, so daß nur ein gebildeter Europäer sie öffnen konnte und in der allerlei leibliche und geistige Bequemlichkeiten zu finden waren.

Später herrschte in Pangani ein regeres Leben. Neben der Flagge des Sultans von Sansibar wurde die Usagara- flagge, eine phantastische Kombination des südlichen Kreuzes