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Ein Jahrzehnt in Samoa (1906-1916) / von Frieda Zieschank
Entstehung
Seite
157
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Schlußwort.

In all der schweren Zeit des Krieges hat da draußen kein einziger am starken deutschen Endsieg gezweifelt und der Gedanke, daß Mutter Deutschland ihr junges, schönes Kind in der blauen Südsee aufgeben könnte, ist in keinem von uns aufgetaucht.

Jetzt hier in der Heimat höre ich öfter das Wort fallen voneiner Abrundung unseres Kolonialreichs in Afrika". Ja, rundet da nur ab, so viel ihr wollt, aber deshalb unsere Südseekolonien aufgeben? Ist der deutsche Aar so schwach geworden, daß er sich vomKolonial" seinen Besitz aus den Fängen reißen läßt? Vom Kolonial, der davor zittert, selbst von ihm gefaßt zu werden? Denn die Behauptung, daß Deutschland Neuseeland annektieren wolle, war das wichtigste Propagandamittel des Feindes für die Rekrutie­rung dort!

Man male sich nur einmal aus, was aus unserer schö­nen Kolonie unter neuseeländischer Herrschaft würde! Neu­seeland, das selbst nach Siedlern schreit, das noch nicht zum zehnten Teile kolonisiert ist, das will Neuland, will deut­sches Land?

Aller deutscher Fleiß und deutsches Streben dort soll­ten vergeblich gewesen sein? Durch deutsche Arbeit ge­schaffene Kulturwerte sollten verludert werden?

Denn die Neuseeländer mögen ihr Probierstückchen vom Arbeiterstaat in ihrem Lande bisher ohne besonderen Scha­den aber ganz gewiß auch ohne Erfolg durchgeführt haben. Mit derartigen Arbeitergesetzen aber eine Tro­pe n k o 1 o n i e zu erschließen (und sie würden von ihren