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Ein Jahrzehnt in Samoa (1906-1916) / von Frieda Zieschank
Entstehung
Seite
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Anders benahm sich unser damaliger offizieller Ver­treter, der amerikanische Konsul Mr. Mitchell. Als die Herren, denen der Oberst die erschreckende Eröffnung ge­macht hatte, zu ihm kamen und ihn um seine Verwendung für uns baten, ließ er sie gar nicht ausreden, sondern er­klärte, aufgeregt, daß die Behörde ganz recht habe. Man könne gar nicht scharf genug gegen eine Nation vorgehen, die solche Schandtaten begehe. Das war unser Schutz! Nun, die Hilfe kam in diesem Falle "von treuer samoanischer Seite! Darüber später.

Die Samoaner und Tamasese.

Stets ist, bis auf einen kleinen Zwischenfall im Jahre 1909 unsere Regierung mit den Eingeborenen vorzüglich ausgekommen. Selbst die gefährliche Klippe der Nach­folgerschaft Mataafas nach dessen Tode im Februar 1912 war von ihr glücklich umschifft. Zwei Anwärter für die hohe Würde waren vorhanden gewesen, die Häupter der beiden mächtigen Parteien, Tamasese und Tanu.

Tamasese mit seinem Anhang hat stets treu zu den Deutschen gehalten. Tanu dagegen war nicht nur zur Zeit der Dreimächteherrschaft der Günstling der Engländer und Amerikaner gewesen, sondern ist immer unter britischem Einfluß geblieben durch die Missionen. Man hatte also eine deutsche und eine englische Partei unter den Ein­geborenen.

Um den gefährdeten Frieden im Lande aufrecht zu er­halten Rangstreitigkeiten führten ja stets bei den Samoa- nern zum Kriege, war von unserer Regierung diese heikle Nachfolgefrage in der Weise gelöst worden, daß die Würde de»alii sili <c überhaupt abgeschafft und beiden Rivalen