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Meine ersten Jahre im Lande.
(Auszüge aus meinem Tagebuch.)
Sogi, März 1907.
Nun bin ich schon über ein Jahr im Lande und kann es wohl wagen, meine Eindrücke vom neuen Leben fest zu halten, ohne befürchten zu müssen, sie nach kurzer Zeit als verfrühten Unsinn abtun zu müssen.
Eins steht jedenfalls unzweifelhaft fest: ich fühle mich unbeschreiblich glücklich hier und habe noch nicht die leiseste Sehnsucht nach der Heimat empfunden!
Wie ist das eigentlich nur möglich, da ich doch mein Heimatland auch von ganzer Seele liebe? Aber das menschliche Herz ist gar nicht so klein, wie man immer meint. Dünkt es doch auch die Mutter undenkbar, wenn sie ihr Erstgeborenes in die Arme schließt, daß sie ein zweites Kind mit gleicher Liebe umfassen könnte. Und doch reicht nachher der Schatz der Mutterliebe für eine ganze Kinderschar! Und so kann man wohl auch in zwei Ländern festwachsen.
Oder ist es immer noch nur der Reiz des Neuen, Fremdartigen hier? So gewissenhaft ich mich auch prüfe: ich weiß es nicht, erst die Zukunft muß das klären.
Und dabei sind die äußeren Lebensverhältnisse, in die man hier gestellt wird, doch denkbar primitive!
, Die Wohnhäuser sind kleine einfache Holzgebäude. Fast alle enthalten nur drei bis vier Zimmer, haben aber vorn und hinten schöne breite Veranden, die zuweilen auch ganz um das Haus herum führen. Das Kochhaus steht immer abgesondert dahinter.
Die Dienstwohnung meines Mannes — eigentlich für einen unverheirateten Arzt bestimmt, — ist ein winzig klei-
«i^ieschank, Samoa. 2