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Ein Jahrzehnt in Samoa (1906-1916) / von Frieda Zieschank
Entstehung
Seite
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herrliches Glück, ein Deutscher zu sein! Aber daneben wuchs brennender Schmerz auf, nicht mit dabei sein zu können.

Unser Gouverneur war in diesen Wochen jede Nacht auf der Funkenstation, und tagsüber arbeitete er fieberhaft im Gouvernementsgebäude. Wann schlief der Mann? Das fragte ich mich oft. Ganz weiß ist sein Haar in diesen Wochen geworden, und von seiner Rundlichkeit verlor er fast so viel, als wenn er im Jahre 1917 ohneBeziehungen zur Landwirtschaft" in Deutschland gelebt hätte.

Was würde nun das Schicksal Samoas sein? Welcher Feind würde kommen? Der Brite oder der Franzose? Denn kommen würde schon einer, solch leichte Beute ließen sie sich sicher nicht entgehen.

O Heimat, geliebte Heimat, wie warst du fern! Noch nie war uns die Entfernung von ihr so endlos erschienen wie in diesen Tagen!

Die Ankunft des Feindes.

Wir lebten nun schon fast vier Wochen in der Er­wartung" des Feindes und waren darauf vorbereitet, eines Tages ein englisches oder französisches Kriegsschiff vor der Insel auftauchen zu sehen.

Der Gouverneur hatte dementsprechend Vorbereitungen getroffen. Den Beamten wurde ihr Gehalt für ein Viertel­oder ein Halbjahr voraus gezahlt. Die Besitzer von Kraft­wagen mußten mit ihren Fahrzeugen dem Gouverneur zur Verfügung stehen und hatten Auftrag, beim Auftauchen des Feindes bestimmte Fahrgäste abzuholen und sich an einem Treffpunkt einzufinden, wohin auch der Gouverneur kom­men würde.

So sollte mein Mann mit seinem Hansawagen unsern