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Ein Jahrzehnt in Samoa (1906-1916) / von Frieda Zieschank
Entstehung
Seite
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prachtvoll! Wenn wirklich einmal nach einer Erkrankung eine Erholung nötig wird, so genügen einige Wochen in einer der Erholungsstätten in den BergenKaisershöhe"*) oderAfiamalo" vollständig.

Von mir selbst und meiner Familie kann ich nur sagen, daß wir, außer einigen leichten Erkältungen, in dem ganzen Jahrzehnt nicht einen einzigen Tag krank gewesen sind!

Unser weltenfernes Eiland hat noch jedes widerspenstige Herz gewonnen. Manchem wird das erst klar, wenn er, nach der Heimat zurückgekehrt, nun an der nie erlöschen­den Sehnsucht nach dem Zauber Samoas krankt. Vielleicht ist das das richtige Wort, um die Anziehungskraft des Lan­des zu bezeichnen.

Die Halbweißen.

Wer über Samoa schreiben will, darf sich um die Misch­lingsfrage nicht herumdrücken, so schwierig dies Kapitel auch ist, denn sie hat im Lande selbst große Wichtigkeit erlangt.

Daß sich früher die allermeisten Ansiedler mit farbigen Frauen verbanden, habe ich bereits erwähnt. Nun stehen die Samoaner wirklich so hoch über den meisten andern Natur­völkern, daß man sie kaum alsWilde" bezeichnen kann. Dazu kommt das anziehende Äußere, das die jungen Mäd­chen wenigstens im Gegensatze zu andern Farbigen besitzen. Bei dem damaligen gänzlichen Mangel an weißen Frauen waren diese Verbindungen also wohl natürlich.

Jetzt haben wir es hauptsächlich mit den Nachkommen aus diesen Verbindungen zu tun, mit denHalb"-,Drei-

*) Früher:Malolo lelei".