Druckschrift 
Ein Jahrzehnt in Samoa (1906-1916) / von Frieda Zieschank
Entstehung
Seite
153
Einzelbild herunterladen
 

153

haben wir draußen am deutschen Endsieg gezweifelt und daran, daß über unserm geliebten Samoa die deutsche Flagge wieder gehißt werden wird!

Wirtschaftliches.

Der Neuseeländische Administrator setzte seine Ehre darein, möglichst billig zu wirtschaften. Wie er einigen Deutschen stolz mitteilte, war es ihm gelungen, im ersten Jahre seiner Herrschaft die Verwaltungskosten der Kolonie um ein Drittel der frühern deutschen zu reduzieren; er ver­sicherte, daß er in der Folge sogar mit der Hälfte auszu­kommen gedenke.

Es sah aber auch darnach aus! O je, in welchem Zu­stande waren die Wege! In der Stadt selbst waren sie schon schlimm, aber die sonst tadellos gehaltenen Straßen in der Nähe Apias waren geradezu fürchterlich. Unsern Beamten für öffentliche Arbeiten würde das Herz weh tun, wenn sie diese Wüstenei sehen würden! Bis an die Achsen versanken die hohen Wagen im Schlamm, der tiefe Trichter deckte, in denen die Fuhrwerke zusammenbrachen.

Woran auch sollte sonst gespart werden? An den Be­amtengehältern nicht. Denn obwohl die Neuseeländer mit einer geringem Zahl Beamter auskamen, hatten sie doch deren Bezüge so enorm erhöht, daß diese Verwaltungskosten sicher den deutschen gleich blieben.

. Die deutschen Geschäfts- und Pflanzungsbetriebe blie­ben, abgesehen von der Fortführung einer Anzahl Geschäfts­leiter und Angestellter in Kriegsgefangenschaft, im ersten Jahr ziemlich ungestört. Allerdings durften die Kaufleute keine unmittelbaren Bestellungen mehr aufgeben, da die Ausfuhr an Deutsche in Australien und Neuseeland bald