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chen in Sogi restlos glücklich gefühlt, aber der Luxus unseres Vaeaheims steigerte die Annehmlichkeiten des tropischen Lebens doch außerordentlich. Sechs köstliche Jahre haben wir dort verbracht.
Der Kakao.
Ende 1909 wurde ein Pflanzerverein gegründet, dem alle Privatpflanzer und auch die meisten Gesellschaften angehörten. Der Verein übernahm die Einführung der chinesischen Kontraktarbeiter und deren ärztliche Versorgung. Ein großes Hospital wurde von ihm erbaut und meinem Manne die Arztstelle übertragen.
Naturgemäß änderte sich dadurch unser Verkehrskreis stark; die Kakaopflanzer, denen wir früher nur vereinzelt näher getreten waren, wurden nun, außer den alten Freunden und den Beamten, unser hauptsächlichster Umgang.
Zu meiner Beschämung muß ich gestehen, daß ich bis dahin der wirtschaftlichen Entwicklung der Kolonie nur wenig Interesse entgegen gebracht hatte.
Das wurde jetzt mit einem Schlage anders!
Wir führten ein offenes Haus und hatten sehr viel Verkehr. Selten verging ein Tag ohne Gäste. Häufig sahen wir, besonders an den Dampfer- und Vereinstagen, eine ganze Anzahl Pflanzer bei uns versammelt.
Hie und da wurde dann wohl auch ein bissei Klatsch oder Politik getrieben, aber den Hauptgesprächsstoff bildete selbstverständlich das, was allen am Herzen lag, ihre Pflanzungen, hier also fast ausschließlich der Anbau des Kakao.
Sterbenslangweilig waren mir anfangs die endlosen Erörterungen über die Schädlingsbekämpfung, die Art des
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