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Ein Jahrzehnt in Samoa (1906-1916) / von Frieda Zieschank
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immer wieder neuen Zündstoff in die Glut. So blieb es bis zum Kriegsausbruch. Das warder Gruß ins Land"!

Aber während der Kriegszeit zeigte es sich, daß das deutsche Blut in den Halbweißen nicht verloren war! Ebenso begeistert, wie wir, stellten sie sich an unsere Seite. Und wenn manche Frauen auch nicht deutsch sprechen konnten, echt deutsch gesinnt waren die, die mit den Unsern verbunden waren, alle.

Unvergessen soll es Frau Hufnagel, deren Vater ein Engländer war, sein, daß sie bei der ersten Gelegenheit, eine kurze Nachricht an ihren Sohn nach Neuseeland gelangen zu lassen, ihm nichts wichtigeres zu sagen hatte, als:Bleib deutsch, wie es Dein Vater war!"

Es ist wohl zu hoffen, daß der Krieg als gewaltiger Ausgleicher die vorher geschilderten traurigen Zustände dauernd beseitigt hat und daß wieder schönere Zeiten kom­men werden.

Allerlei Leute und Geselligkeit.

Daheim kennt man gewöhnlich die Verhältnisse der Bekannten, das ganze Drum und Dran: Familie, Vergangen­heit, Bildungsgang und Stellung sehr genau und die Person selbst nur, soweit sie uns freiwillig ihr Wesen ent­hüllt.

Draußen fehlt meist jedes Beiwerk, oder es ist neben­sächlich, man sieht nur den Menschen selbst. Und scharf umrissen steht nach kürzester Zeit seine Persönlichkeit vor uns, denn das Leben des Weißen spielt sich so klar vor den Augen seiner Mitmenschen ab, als wenn er im Glashause säße.

Ganz anders kommen sich draußen die Menschen nahe als in den Kulturländern.