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Ein Jahrzehnt in Samoa (1906-1916) / von Frieda Zieschank
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Verkehr sehr ungezwungen ab. Die unbeschränkte Gast­freundschaft, die noch immer geübt wird, bildet dafür die breite Grundlage.

Der Klatsch gedeiht natürlich üppig, und es wird heftig übelgenommen"! Wie könnte es auf solch kleinem Platze auch anders sein?! Aber es ist alles harmlos und ohne Schärfe und bald wieder vergessen.

Einen angenehmen Treffpunkt außerhalb der Stadt bietet seit einigen JahrenKaffee Papaseea". Hier sorgt, von der ganzen Kolonie geschätzt und geehrt,Mutter Kionka" mit erstklassiger deutscher Küche für die Hung­rigen und Durstigen. Ihren Mutternamen hat diese ausge­zeichnete Frau nicht etwa ihrem hohen Alter, sondern ihrem aufopfernden mütterlich sorgenden Wesen zu danken. Kein Rat- und Hilfesuchender pocht bei ihr vergebens an, und neuankommenden Frauen konnte man keinen bessern Rat geben, als sich ihre Hilfe zu sichern.

Ich hatte noch Gelegenheit, Feste in der frühern Art der alten Südseekolonisten kennen zu lernen, z. B. eine Hoch­zeitsfeier im Zentralhotel, bei der man von Mittag bis in die Nacht hinein Sekt in unheimlichen Mengen trank und die geleerten Flaschen der Einfachheit halber von der obern Veranda auf die Straße schleuderte.

Von diesenstimmungsvollen" Feiern bis zum Stiftungs­feste desDeutschen Kasinos" im Mai 1914 ist es ein wei­ter Weg, den die Entwicklung der Geselligkeit zurücklegte.

Früher umfaßte der VereinConcordia" so ziemlich alles Deutsche in der Kolonie; später geseilter sich ihm der Militärverein" bei, dem natürlich nur ehemalige deutsche Soldaten angehörten.

Damals verkehrten alle Ansiedler mehr oder weniger freundschaftlich mit einander, wie das bei ihrer geringen

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