V. Die voraussichtliche Entwicklung in Zentralafrika.
127
werden und 130 Millionen Mark kosten; die Verzinsung des Kapitals und Amortisation beanspruchen 5 Millionen Mark jährlich, dazu kämen 3 1 j 2 Millionen Mark Betriebsausgaben. Wenn die Bahn die Tonne Fracht von Moffaka oder N’Kunda mit 120 Mark bis zur Küste befördert, bringen 60000 t 7,2 Millionen Mark, der Rest von 1,3 Millionen Mark, der an der Verzinsung und den Betriebsausgaben noch fehlt, würde durch den Personenverkehr und den Frachtverkehr auf der durchschnittenen Landflrecke eingebracht.
Ein glänzendes Geschäft würde die französische Bahn Brazzaville—Point Noire machen; dieses könnte von den Franzosen zu einem Hafen ersten Ranges ausgebaut werden, und damit könnte sich auch der ärgste Chauvinist in Frankreich darüber trösten, daß Libreville dann hinter Muni zurücktreten müßte. Weiter bekäme Frankreich eine Bahn von Benue zum Logone und damit mit der Niger- und Benue-Schiffahrt zusammen einen guten, nicht zu teuren Weg nach feinen Tsthad- und Schari-Ländern.
Diese Entwicklung ist ganz unzweifelhaft durch den deutsch-französischen Vertrag angebahnt; sie tritt nicht ein, wenn Belgien in richtiger Würdigung der neu geschaffenen Lage feinen Interessen entsprechend handelt und uns nicht eine einseitige Stellungnahme geradezu aufnötigt. Wir können mit Frankreich wie mit Belgien in Zentralafrika freundnachbarlich zusammenarbeiten; eine solche Zusammenarbeit wird das voraussichtliche Ergebnis des deutfch= französischen Vertrages fein.
V. Die voraussichtliche Entwicklung in Zentralafrika.
In der Annahme, daß vorerst neue größere Veränderungen in Zentralafrika nicht eintreten und ernste Ereignisse in Europa auf den afrikanischen Kontinent nicht zurückwirken, dürste eine der ersten Folgen des deutsch-französischen Abkommens vorn 4. November 1911 eine deutsch-belgische Ver=