Einleitung und Vorwort.
Da lag das erste Stück von Neu-Kamerun im Glänze der Vormittagssonne vor uns, ein welliges, grünes Grasland mit sehr lichtem Baumbestand. Weit schweifte der Blick hin ein in das ersehnte Neuland, nach dem hin wir sechs saure Wochen unterwegs gewesen waren. An einem Bergkegel, von einem Eingeborenendorf gekrönt, blieb das Auge haften. Seit Baturi — feit drei Tagen — die erste menschliche Anfiedlung, das war immerhin ein Ereignis. Langsam holte ich meine Karawane, die etwas vorausgegangen war, auf. Die Träger hatten die Lasten abgefetzt und lagen schwatzend im Grase. Allein der Führer meiner Soldaten, ein schwarzer Unteroffizier, machte ein etwas ernstes Gesicht.
„Dort ist das Dorf von Dambura, Herr,“ meldete er, „der Bumbe stießt unterhalb. Zwei Stunden oberhalb liegt ein Baia-Dorf am Flusse. Willst du nicht lieber dorthin marschieren?“
Ich überlegte eine Weile ; meine Leute wurden nun doch aufmerksam und hörten mit der lebhaft geführten Unterhaltung aus. Flötzlich ein Ruf in dem allgemeinen Schweigen: „Sie brennen das Dorf ab.“
Richtig, Flammen züngelten auf dem Berge empor, eine, zwei, drei, vier. Aufregung entstand unter den Leuten; denn auf dem Berge wohnte Dambura mit seinen Mannen, der Bruder des 1910 gefallenen Kaka-Häuptlings Baturi. Dambura war landflüchtig, und er mochte wohl annehmen, daß ich mit Soldaten im Anmarsch sei, ihn zu fangen.
„Master,“ sagt einer meiner Boys, „im Baia-Dorf wird eine Fahne aufgezogen.“
Ich sehe durchs Glas. Richtig, die Trikolore geht hoch. Der Boy hat scharfe Augen.